Wölfin in Thüringen hat Nachwuchs - Welpen sollen sterben

Die Wölfin aus Ohrdruf hat Nachwuchs. Die Welpen sollen aber getötet werden.
Die Wölfin aus Ohrdruf hat Nachwuchs. Die Welpen sollen aber getötet werden.
Foto: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
  • Wölfin bei Ohrdruf hat Nachwuchs
  • Vater der Welpen war offenbar ein Hund
  • Artenschutz: Thüringer Umweltministerium will Wolfsjunge töten

Durch Thüringens Wälder ziehen sechs Wolfswelpen – und sie sollen getötet werden. Wie das Umweltministerium am Donnerstag mitteilte, hat die Wölfin vom Truppenübungsplatz Ohrdruf jetzt Junge bekommen. Sie seien bei einem Streifzug in eine Foto-Falle getappt.

Kreuzung aus Wolf und Haushund

Bei den Tieren soll es sich um sogenannte Hybriden handeln, also eine Kreuzung aus Wolf und Haushund. Offenbar hat sich die wildlebende Vierbeinerin irgendwo mit einem Hund gepaart und so für Nachwuchs gesorgt. Die Jungtiere sind vermutlich etwa fünf Monate alt, vier von ihnen sind Mädchen, zwei Jungs.

Wölfin und ihre Welpen tappen bei Ohrdruf in die Foto-Falle:

Gen-Pool der Wölfe gefährdet

Viel älter werden die kleinen Wölfe aber nicht werden, denn sie sollen getötet werden. Das Thüringer Umweltministerium beruft sich dabei auf Experten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) – und den Artenschutz. Weil die Wolfsjungen Gene von Haushunden in sich tragen, müsse eine weitere Vermischung des Erbguts verhindert werden, da sonst der Fortbestand der Wolfspopulation gefährdet sei.

Umfrage zum Wolfsnachwuchs bei Ohrdruf:

Junge Wölfe müssen wohl bald sterben

Wann genau und wie die Nachkommen umgebracht werden, ist noch nicht klar. Es soll aber „möglichst schnell“ geschehen, da die Tiere schon im Winter geschlechtsreif werden und sich bald eigene Reviere suchen. Zunächst müssten aber noch die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden.

Leidvolle Unterbringung im Gehege

Nach DBBW-Einschätzung ist eine Betäubung und eine Unterbringung in einem Gehege keine tierschutzgerechte Alternative. „Erfahrungen aus Sachsen zeigen, dass die dort gefangenen Hybridwelpen sehr unter der Gehege-Haltung gelitten haben“, heißt es aus dem Umweltministerium zur Begründung.

Wölfe in Thüringen: Was meinst du?

Nabu: Mehr um freilaufende Hunde kümmern

Der Naturschutzbund (Nabu) Thüringen mahnte am Donnerstagnachmittag an, dass sich dringend um freilaufende Hunde in der Region gekümmert werden müsse. Der Verein zeigte sich außerdem überrascht von der Meldung über die Wolfshybriden. „Dass die Mischlings-Welpen auf dem Truppenübungsplatz erst jetzt nachgewiesen wurden, zeigt uns, wie wichtig der dortige Ausbau des Monitorings auf den Liegenschaften des Bundes ist“, sagt Silvester Tamás, Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf beim Thüringer Nabu.

Wölfin reißt Schafe und Ziegen

Die Wölfin, die sich rund um den Truppenübungsplatz in Ohrdruf aufhält, sorgt sein Monaten für Diskussionen. Mehrfach wurden Schafe und Ziegen gerissen, laut Ministerium habe eine DNA-Analyse das Wildtier in zwei von 13 Fällen als Verursacherin nachgewiesen. Schäfer können sich neuerdings kostenlos Schutzzäune vom Land leihen, auch Herdenschutzhunde werden verstärkt eingesetzt.

Bericht: Jagdschloss Hummelshain vor Zwangsversteigerung

Das Neue Jagdschloss Hummelshain im Saale-Holzland-Kreis (Archivfoto)
Das Neue Jagdschloss Hummelshain im Saale-Holzland-Kreis (Archivfoto)
Foto: Imago / Bild13
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