Petitionen gegen Abschuss der Wölfe - Ministerium sieht Vorschlag kritisch

In der Diskussion um den geplanten Abschuss von sechs Wolfshybriden stellen sich nun mehrere Onlinepetitionen gegen die Tötung. (Symbolfoto)
In der Diskussion um den geplanten Abschuss von sechs Wolfshybriden stellen sich nun mehrere Onlinepetitionen gegen die Tötung. (Symbolfoto)
Foto: Imago / Blickwinkel
  • Mehrere Online-Petitionen stellen sich gegen den geplanten Abschuss der Wolfyshybride bei Ohrdruf
  • Forderungen nach Kastration der Welpen von Tausenden unterstützt
  • Umweltministerium Thüringen hält Hybride für zu gefährlich

Nach der stark umstrittenen Entscheidung des Umweltministeriums, sechs Wolfshybride in Thüringen töten zu wollen, treten nun mehrere Online-Petitionen gegen den Abschuss ein. Eine der Unterschriftensammlungen fordert, die Wolfsjungen nicht abzuschießen, sondern einzufangen und sie zu kastrieren beziehungsweise zu sterilisieren.

Wölfe mit Sendern versehen

So bestehe auch die Möglichkeit, die Wölfe mit einem Sender auszustatten und damit weiter zu beobachten, heißt es in der Petition auf der Plattform openpetition.de. Bereits 1700 Menschen treten für diese Idee ein, davon sind jedoch nur etwa 200 aus Thüringen.

Mehrere Tausend haben unterschrieben

Eine weitere Petition zieht auch die Möglichkeit einer "artgerechten Unterbringung in einem Gehege oder zoologischen Einrichtung" in Erwägung. Diese Forderung auf der Seite change.org haben bereits mehr als 8700 Menschen unterschrieben. Wie viele von ihnen im Freistaat leben, ist unbekannt. Beide Petitionen sind im Internet recht erfolgreich, die Zahl der Unterstützer wächst schnell und beständig.

Fotos von der Wölfin und ihren Jungen:

Umweltministerium gegen Kastration der Wölfe

Aus dem Umweltministerium hieß es gegenüber Thüringen24, es könne nicht ausgeschlossen werden, "dass Wolfshybriden keine oder eine deutlich geringere Scheu vor dem Menschen haben". Im Gegenteil deuteten "Einzelberichte aus anderen Ländern" darauf hin, dass die Hund-Wolf-Mischlinge aggressiver seien. Eine Kastration der Welpen komme für das Ministerium daher nicht in Frage - man wolle kein Risiko für die Menschen in den umliegenden Ortschaften eingehen.

Unterbringung in Gehegen ausgeschlossen

Die Unterbringung in Gehegen hatte das Ministerium bereits im Vorfeld ausgeschlossen, da dies für die Tiere erhebliches Leid bedeuten würde. "Ein vergleichbarer Fall in Sachsen hat gezeigt, dass die Hybriden sich nicht mehr an die eingeschränkte Lebensweise in einem Gehege gewöhnen. Sie verletzten sich bei ihren Ausbruchversuchen schwer und mussten letztendlich aus Tierschutzgründen eingeschläfert werden", so das Umweltministerium gegenüber TH24. Das Bundeskompetenzzentrum Wolf (DBBW) empfiehlt daher eine Tötung der Wolfsjungen, eine Stellungnahme des Zentrums zur Möglichkeit der Sterilisation steht noch aus.

Umfrage:

Auch Wolfshybride sind geschützt

Auch die Kreisjägerschaft äußerte Bedenken gegen den Abschuss, jedoch eher rechtlicher Natur. Sie mahnten nicht nur, dass der Truppenübungsplatz bei Ohrdruf, auf dem sich die Tiere aufhalten, der Bundeswehr unterstehe, die allein einen Schießbefehl geben könne. Die Hybride würden trotzdem als Wölfe gelten und seien daher durch das EU-Recht streng geschützt. Das Umweltministerium informierte Thüringen24 darüber, dass ein Abschuss möglich sei, wenn das Thüringer Landesverwaltungsamt als obere Naturschutzbehörde eine "Entnahme" bewillige. "In den nächsten Tagen sollen die Gespräche mit den zuständigen Behörden zum Abschluss kommen", so ein Sprecher des Ministeriums.

Wolfsfamilie von Fotofalle aufgenommen

Die Wolfshybride und ihre Mutter waren vergangene Woche in eine Fotofalle auf dem Truppenübungsplatz in Ohrdruf (Kreis Gotha) getappt. Bei den Hybriden handelt es sich um eine Mischung aus einem Hunderüden und einer Wölfin. Weil die Wolfsjungen Gene von Haushunden in sich tragen, will das Thüringer Umweltministerium eine weitere Vermischung des Erbguts verhindern, um den Fortbestand der Wolfspopulation zu sichern. Die Welpen sollen daher getötet werden. Bereits vorher hatten zahlreiche Wolfrisse in der Region für Aufruhr gesorgt.