Geiselnehmer aus Suhl verurteilt: 17-Jährigen wie Sklave gehalten

Wegen erpresserischen Menschenraubs hatten sich am Donnerstag zwei Männer aus Suhl vor Gericht zu verantworten.
Wegen erpresserischen Menschenraubs hatten sich am Donnerstag zwei Männer aus Suhl vor Gericht zu verantworten.
Foto: Imago / Rüdiger Wölk
Sie lauerten ihrem Opfer auf und hielten den Jugendliche rund zwei Wochen lang fest. Um Drogengeld ging es den beiden Tätern. Nun fällte das Landgericht Meiningen ein Urteil.

Zwei junge Männer aus Suhl sind vom Landgericht Meiningen unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubs zu Haftstrafen verurteilt worden. Ein 22-jähriger Angeklagte erhielt eine Freiheitsstrafe von drei Jahren, wie das Gericht am Donnerstag nach der Urteilsverkündung mitteilte. Der Mann gilt als drogenabhängig. Ein 19-Jähriger wurde zu einer Jugendstrafe von drei Jahren verurteilt.

17-Jährigen gefangen gehalten

Die Vorsitzende Richterin sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass die beiden Geständigen im Dezember vergangenen Jahres ihr damals 17 Jahre altes Opfer entführten und zwei Wochen lang unter „sklavenähnlichen“ Verhältnissen gefangen hielten. Unter anderem ketteten sie den Jugendlichen an eine Heizung und bedrohten ihn mehrfach.

Erpresser fordern Drogen-Geld

Das Opfer schuldete den Tätern Geld aus Drogengeschäften. Allerdings sollen die beiden Männer ein deutlich höhere Summe verlangt haben, als das Opfer bereit war aufzubringen. Der ältere der beiden Angeklagten gilt selbst als drogenabhängig. Die Richterin ordnete daher auch seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Konkret wurden die Täter wegen erpresserischen Menschenraubs in Tateinheit mit Geiselnahme und mit schwerer räuberischer Erpressung und mit Freiheitsberaubung verurteilt. Der 19-Jährige wurde zusätzlich der Körperverletzung für schuldig befunden.