Millionen für Sanierung von Kriegsgräbern in Thüringen

Jährlich stellt der Bund Thüringen 600.000 Euro für die Sanierung von Kriegsgräbern zur Verfügung.
Jährlich stellt der Bund Thüringen 600.000 Euro für die Sanierung von Kriegsgräbern zur Verfügung.
Foto: Patrick Seeger, dpa
  • Thüringen hat seit 1993 rund 6,2 Millionen Euro in Gräber von Toten der beiden Weltkriege ausgegeben
  • Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat 571 Begräbnisstätte mit 100.000 Toten in Thüringen registriert

In die Sanierung von Gräbern mit Toten der beiden Weltkriege ist in Thüringen in den vergangenen Jahren eine Millionensumme geflossen. Ein Sprecher des Landesverwaltungsamtes nannte die Summe von 6,2 Millionen Euro, die seit 1993 für die Neugestaltung der Grabflächen ausgegeben wurde. Das Geld stellt der Bund zur Verfügung. In Thüringen sind nach Angaben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge 571 solcher Begräbnisstätten offiziell registriert, mehr als 100.000 Tote sind dort beigesetzt. Das Spektrum reicht von den Aschegräbern und der Mahnmalanlage am Glockenturm in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bis hin zu Soldatengräbern auf Friedhöfen.

Gedenkort für 100 KZ-Häftlinge soll bei Weimar entstehen

Derzeit liege das Augenmerk auf Gräbern für osteuropäische KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter in Berga/Elster (Landkreis Greiz), sagte der Volksbund-Landesgeschäftsführer, Henrik Hug, der Deutschen Presse-Agentur. Dort seien mitten im Wald rund 300 Tote bestattet. Bislang gebe es nur eine weitgehend anonym gehaltene Gedenkstätte, einzelne Gräber seien nicht erkennbar. "Das ist typisch für solche Gedenkorte", sagte Hug. Die Arbeiten an der Neugestaltung laufen seit einem Jahr. In dem ostthüringischen Ort hatte sich eine Außenstelle des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Buchenwald befunden.

In Obergrunstedt bei Weimar laufen laut Volksbund Planungen, um den dortigen Gedenkort für etwa 100 KZ-Opfer am Friedhof zu sanieren. Auch hier sollen die Gräber sichtbar gemacht und die Toten so dem Vergessen entrissen werden. Hug hofft, dass die Bauarbeiten im nächsten Jahr beginnen können.

Am 19. November ist Volkstrauertag

Bei der Sanierung von Kriegsgräbern ist nach Einschätzung des Volksbunds meist nicht so sehr fehlendes Geld das Problem. Für diese Grabstätten, die dem bundesdeutschen Gräbergesetz unterliegen und besonders geschützt sind, stelle der Bund Thüringen jährlich 600.000 Euro zur Verfügung. Teilweise wüssten Friedhofsträger - Kommunen oder Kirchen - allerdings nichts von diesen finanziellen Möglichkeiten oder hätten Probleme mit den Formalitäten. "In den Städten läuft es meistens gut, in kleinen Orten oder Kirchgemeinden ist es schon schwieriger", sagte Hug.

Am Sonntag (19. November) wird in Deutschland der Volkstrauertag begangen. Ursprünglich war er ein Gedenktag für die im Ersten Weltkrieg (1914-1918) gefallenen deutschen Soldaten, heute erinnert er an die Toten von Kriegen und Gewaltherrschaft.

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