Salmonellen, Mäusekot und tote Fliegen - Kontrolleure schließen 36 Thüringer Betriebe

Wegen eklatanter Missstände wie Mäusedreck im Paniermehl sind im vergangenen Jahr 36 Betriebe in Thüringen nach Lebensmittelkontrollen vorübergehend geschlossen worden.
Wegen eklatanter Missstände wie Mäusedreck im Paniermehl sind im vergangenen Jahr 36 Betriebe in Thüringen nach Lebensmittelkontrollen vorübergehend geschlossen worden.
Foto: Arno Burgi / dpa
Igitt! Was Thüringens Lebensmittelkontrolleure manchmal in der Gastronomie und der Industrie finden, ist nicht nur eklig, sondern auch gesundheitsgefährdend. Bei gravierenden Verstößen drohen Betrieben harte Strafen.

Wegen eklatanter Missstände wie Mäusedreck im Paniermehl sind im vergangenen Jahr 36 Betriebe in Thüringen nach Lebensmittelkontrollen vorübergehend geschlossen worden. Dazu gehörte eine Imbissbude mit fettüberzogenen Wänden, undichtem Dach und ohne fließendes Wasser, sagte Sozialministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag bei der Vorlage des Berichts der amtlichen Lebensmittelüberwachung.

Mäusedreck im Paniermehl

In einer Gaststätte fand sich der Mäusekot nicht nur im Paniermehl, das auf dem Fußboden stand, sondern auch im Kühlschrank. In einer verdeckten Bäckerei wiederum fanden sich tote Fliegen. Insgesamt gab es laut Werner 2016 im Freistaat knapp 38.000 Kontrollen in 18.100 Betrieben. In 90 Prozent der Fälle wurden keine oder nur geringfügige Mängel festgestellt. Wo Mängel sichtbar wurden, ging es in mehr als 40 Prozent der Fälle um unzureichende bis schlechte Hygiene.

Glas und Sand in drei Lebensmittelproben

Von den untersuchten Lebensmittelproben wurden 6,2 Prozent beanstandet - insgesamt 435. Dabei ging es in 153 Fällen um Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften, in 93 Fällen um irreführende Angaben oder mindere Qualität und in 95 Fällen waren die Lebensmittel nicht mehr für den Verzehr geeignet. In drei Proben fanden die Prüfer Fremdkörper - vom Glassplitter bis Sand.

Salmonellen nachgewiesen

Bei 30 Proben wurde eine Gesundheitsgefährdung nachgewiesen, unter anderem durch Salmonellen. In Gefahr brachten sich Verbraucher auch, weil sie entgegen den Hinweisen die Milch aus einer Milchtankstelle eines Bauern nicht abgekocht hätten, sagte die Ministerin. Bei gravierenden Verstößen drohen den Lebensmittelsündern harte Strafen. Laut Werner wurden im vergangenen Jahr rund 1400 Verwarnungen ausgesprochen sowie 246 Bußgeldverfahren eingeleitet.

Jeder fünfte Imbiss riskant für Allergiker

Schwerpunktkontrollen in der Gastronomie beschäftigten sich 2016 mit der Kennzeichnung von allergenen Stoffen. Das ist für Allergiker, die bestimmte Stoffe oder Lebensmittel nicht vertragen, wichtig - beispielsweise bei einem Restaurantbesuch. Insgesamt wurden 2900 Gaststätten, Imbisse, Cafés oder auch Konditoreien kontrolliert. Bei etwa jeder sechsten Kontrolle gab es der Bilanz zufolge Defizite bei der Kennzeichnung. Besonders hoch war das Risiko für Allergiker an Imbissständen, von denen 20 Prozent in dieser Beziehung Mängel aufwiesen.

Bei der amtlichen Lebensmittelüberwachung arbeiten die regionalen Lebensmittelüberwachungsämter mit dem Landesamt für Verbraucherschutz zusammen.

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