Ekelhafte Schmiererei: Unbekannte fordern "Neueröffnung" von KZ

Im Konzentrationslager Mittelbau-Dora schufteten rund 60.000 Menschen während des Zweiten Weltkrieges für die Rüstungsindustrie. (Archivfoto)
Im Konzentrationslager Mittelbau-Dora schufteten rund 60.000 Menschen während des Zweiten Weltkrieges für die Rüstungsindustrie. (Archivfoto)
Foto: Martin Schutt/dpa
  • Unbekannte beschmieren Hinweisschild für Gedenkstätte Mittelbau-Dora
  • Polizeibeamte finden ähnliche Farbe und ausländerfeindliche Parolen in Niedersachswerfen

Unbekannte Schmierfinken haben in der Nacht zum Montag ein Hinweisschild zur Gedenktstätte Mittelbau-Dora mit violetter Farbe besprüht und die "Neueröffnung" des ehemaligen Konzentrationslagers gefordert.

Polizei untersucht Zusammenhang zu weiteren Sprühereien

Der materielle Schaden wird nach Angaben der Polizei auf etwa 100 Euro geschätzt. Bereits in der Nacht zum Samstag brannten auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums Im Steinfeld in Niedersachswerfen zwei Kleidercontainer. Im Rahmen der Brandortuntersuchung stellten die Beamten ausländerfeindliche Parolen an einem Abfallbehälter fest. Auch dort wurde eine violette Farbe benutzt. Ob es einen Zusammenhang mit dem Schriftzug auf dem Hinweisschild gibt, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Jeder dritte Zwangsarbeiter starb im KZ Mittelbau-Dora

Mehr als 60.000 Menschen mussten zwischen 1943 und 1945 im KZ Mittelbau-Dora bei Nordhausen Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. Jeder dritte von ihnen starb.