Langsame Integration von Flüchtlingen am Arbeitsmarkt

Ein Flüchtling sitztl in einem Büro der Agentur für Arbeit neben zwei Sachbearbeitern. (Archivfoto)
Ein Flüchtling sitztl in einem Büro der Agentur für Arbeit neben zwei Sachbearbeitern. (Archivfoto)
Foto: Sebastian Kahnert/dpa
  • Sprache und Qualifikation sind Voraussetzungen für guten Start im Job
  • Leicht ist dies für Flüchtlinge in Thüringen nicht
  • Ein Großteil steckt noch in Weiterbildungsmaßnahmen

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt in Thüringen kommt nach Ansicht von Experten langsam voran. In der Zeit von Juni 2016 bis November dieses Jahres sei es in 1889 Fällen gelungen, arbeitslose geflüchtete Menschen in eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln, erklärte der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senius, in Halle.

Über 12.000 Flüchtlinge in Maßnahmen

In 521 Fällen begannen in Thüringen im gleichen Zeitraum arbeitslose geflüchtete Menschen eine Ausbildung oder ein Studium. In knapp 12.300 Fällen starteten arbeitslose Geflüchtete eine Maßnahme, etwa Weiterbildungskurse.

Fehlende Sprach-, Schul- und Berufskenntnisse

Fehlende Sprachkompetenzen oder unklare schulische und berufliche Qualifikationen stünden einer schnellen Integration noch entgegen. Auch wenn derzeit noch in Ausbildung und Kompetenzen investiert werden müsse, werde Thüringen mittelfristig von Zuwanderung profitieren, auch angesichts des starken demografischen Rückgangs bei Menschen, die für den Arbeitsmarkt überhaupt infrage kommen.

Geflüchtete starten häufig in Gastronomie oder Leiharbeit

Flüchtlinge, die eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit begannen, fanden diese vor allem in der Gastronomie und in der Leiharbeit. „Der Arbeitsmarkt in diesen Branchen ist aktuell sehr aufnahmefähig, der Bedarf an Arbeitskräften ist groß“, sagte Senius. Er wies auf Untersuchungen des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) hin. Sie zeigten, dass im ersten Jahr etwa acht Prozent der Flüchtlinge eine Beschäftigung aufgenommen haben. Nach fünf Jahren hätten rund 50 Prozent eine Beschäftigung gefunden und nach 15 Jahren treffe dies auf 70 Prozent der Neuankömmlinge zu.