Weniger Gewalt gegen Flüchtlinge - viele Fälle in Ostdeutschland

Die Zahl der Straftaten gegen Asylunterkünfte ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. (Symbolfoto)
Die Zahl der Straftaten gegen Asylunterkünfte ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. (Symbolfoto)
Foto: dpa
  • Zahlen zu Übergriffen auf Flüchtlinge veröffentlicht
  • Weniger Straftaten als im Vorjahr registriert
  • Gewalt-Problem vor allem in Ostdeutschland

Die Zahl der Straftaten gegen Flüchtlinge ist im laufenden Jahr deutlich zurückgegangen. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Statistik der Amadeu Antonio Stiftung und von Pro Asyl hervor. Demnach gab es 2017 in Deutschland 1713 Straftaten gegen Geflüchtete. Für das Vorjahr hatten die Stiftung und der Verein 3768 flüchtlingsfeindliche Vorfälle gezählt.

BKA: Weniger Straftaten gegen Asylunterkünfte

Auch das Bundeskriminalamt (BKA) geht derzeit von einem deutlichen Rückgang der Gewalttaten gegen Flüchtlinge aus. Zwar lägen die Zahlen für das Gesamtjahr erst gegen Ende Januar vor. Teilstatistiken deuteten jedoch auf einen Rückgang hin, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. So hätte das BKA bis zum 4. Dezember etwa 264 Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert. Im Gesamtjahr 2016 waren es 995 gewesen.

Gewalt gegen Flüchtlinge weiterhin als Problem

Pro Asyl und die Amadeu Antonio Stiftung forderten trotz der rückläufigen Zahlen ein entschlosseneres Vorgehen gegen die Täter und mehr Transparenz bei den Behörden. Angesichts von mehr als 1700 Übergriffen auf Flüchtlinge könne von Entwarnung keine Rede sein, teilten die Autoren der Statistik mit. Rassistische Gewalt gegen Asylsuchende bleibe ein deutschlandweites Problem.

Thüringen in Gewalt-Statistik auf Rang fünf

Dennoch hat dieses Problem einen deutlichen Schwerpunkt in den neuen Bundesländern. So gab es gemessen an der Einwohnerzahl die meisten Fälle in Brandenburg mit 85 Fällen pro Million Einwohner. Die zweitmeisten Übergriffe gab es demnach in Sachsen (61), die drittmeisten in Sachsen-Anhalt (55). Dahinter folgten Berlin (52), Thüringen (47) und Mecklenburg-Vorpommern (45). Die Länder mit den niedrigsten Fallzahlen waren Hamburg (7), Nordrhein-Westfalen (5) und Bremen (3).

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