Frau mit Dienstwaffe erschossen: War es fahrlässige Tötung?

In Bad Langensalza ist in der Nacht zum Freitag eine tote Frau in einer Wohnung entdeckt worden. Die Ermittler schließen ein Verbrechen nicht aus.
In Bad Langensalza ist in der Nacht zum Freitag eine tote Frau in einer Wohnung entdeckt worden. Die Ermittler schließen ein Verbrechen nicht aus.
Foto: Marcus Scheidel
  • Tote 34-Jährige wird leblos in Wohnung in Bad Langensalza gefunden
  • Leiche weist Schussverletzungen auf - Obduktion angeordnet
  • Zwei 22-jährige Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Eine 34 Jahre alte Frau ist in Bad Langensalza (Unstrut-Hainich-Kreis) durch einen Schuss aus der Dienstwaffe eines Bundespolizisten getötet worden. Schütze soll allerdings nicht der 22 Jahre alte Polizist gewesen sein. „Wir gehen davon aus, dass der 22 Jahre alte Lebensgefährte der Frau - und nicht der gleichaltrige Bundespolizist - den Schuss abgegeben hat“, sagte der Mühlhäuser Staatsanwalt Dirk Germerodt am Freitag.

Wohnungsbesitzer und Lebensgefährte festgenommen

Der leblose Körper der 34-Jährigen sei laut Polizeibericht am frühen Freitagmorgen gegen 1 Uhr in der Schulstraße entdeckt worden. Die Leiche wies Schussverletzungen auf und lag in einem Bett.

Stammt die Waffe von einem Bundespolizisten?

Daraufhin habe die Polizei zwei 22 Jahre alte Männer in Bad Langensalza vorläufig festgenommen: Ihren Lebensgefährten und den Wohnungsinhaber, einem Bundespolizisten. Ebenso ist eine Schusswaffe sichergestellt worden, bei der es sich um die Dienstwaffe des festgenommenen Beamten handelt.

Wer hat den Schuss abgefeuert?

Wer den Schuss abgefeuert hat, ist bisher nicht endgültig geklärt. Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass der 22-jährige Lebensgefährte abgedrückt haben könnte. Eine Obduktion soll klären, ob die Schussverletzung tödlich war.

Wie kam die Frau in Bad Langensalza ums Leben?

Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich nicht um eine vorsätzliche, sondern um eine fahrlässige Tötung in Verbindung mit dem unachtsamen Umgang mit der Waffe. Die beiden deutschen Männer waren laut Germerodt zur Tatzeit „erheblich alkoholisiert“. Genaue Alkoholwerte wollte der Staatsanwalt nicht nennen.

Tatverdächtige Männer vorerst wieder auf freinem Fuß

Auf Weisung der Staatsanwaltschaft Mühlhausen sind am Nachmittag beide Männer wieder auf freien Fuß gesetzt worden. "Nach jetzigem Ermittlungsstand wird eine Tötungsabsicht ausgeschlossen", heißt es dazu. Doch die Ermittlungen wegen des Verdachtes der fahrlässigen Tötung dauerten an. "Der Wohnungsinhaber und Freund der Getöteten begab sich freiwillig in ärztliche Behandlung", heißt es abschließend.