Thüringen verhandelt über Milliardeninvestitionen in der Industrie

Thüringen verhandelt nach Angaben von Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) derzeit mit rund 140 Unternehmen über Investitionsprojekte im Land. (Symbolfoto)
Thüringen verhandelt nach Angaben von Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) derzeit mit rund 140 Unternehmen über Investitionsprojekte im Land. (Symbolfoto)
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  • Laut Wirtschaftsminister Tiefensee zieht Thüringen weiterhin viele Investoren an
  • Verhandelt werde derzeit um mehrere Milliarden Euro
  • 140 Unternehmen hätten Interesse an einem Standort im Freistaat

Thüringen verhandelt nach Angaben von Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) derzeit mit rund 140 Unternehmen über Investitionsprojekte im Land. Es gehe dabei um ein Volumen von insgesamt etwa vier Milliarden Euro für neue Fabrikbauten, aber auch die Erweiterung bestehender Produktionsstätten, sagte Tiefensee auf Anfrage. „Derzeit gibt es vielversprechende Gespräche vor allem mit einer Reihe asiatischer Investoren.“

Mit 62 ausländische Investoren in Verhandlungen

Nach Angaben der für die Investorenbetreuung zuständigen Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) liegt der Anteil ausländischer Interessenten mit Projekten von größerer Bedeutung auf einem Rekordwert. Es werde mit 62 potenziellen Investoren aus dem Ausland verhandelt, deren Vorhaben ein Volumen von rund 2,2 Milliarden Euro haben.

Anfragen aus verschiedenen Branchen

Neben China, Japan und Korea gehörten die USA, die Schweiz, Österreich und Italien zu den Ländern, aus denen es vergleichsweise viele Anfragen gebe. Schwerpunkte liegen der LEG zufolge in der Automobil- und Kunststoffindustrie, der Elektrotechnik und Elektronik, der Optik sowie in der Ernährungswirtschaft.

Gute Chancen für Ansiedlung neuer Industrie

Tiefensee sagte, er sei sicher, dass sich Thüringen angesichts seiner zentralen Lage, voll erschlossener Industriebgebiete und einer Reihe von Fördermöglichkeiten auch weiter im internationalen Standortwettbewerb behaupten könne. Das bedeute allerdings nicht, dass alle Verhandlungen und Anfragen auch zum Erfolg führten.

EU-Förderung als Trumpf bei Gesprächen

Die Zeit der „großen Fische“ bei Industrieansiedlungen sei zwar weitgehend vorbei, erklärte der Minister. Solange das EU-Beihilferecht aber auch die Förderung größerer Projekte erlaube, wolle Thüringen das nutzten. Tiefensee: „Diesen Trumpf wollen wir nutzen, so lange wir ihn noch in der Hand haben.“

Auch Thüringer Unternehmen nutzen Zuschüsse

2017 nutzten viele Thüringer Unternehmen die stabile Konjunktur für Investitionen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurden etwa 150 Investitionsprojekte mit Zuschüssen von insgesamt rund 170 Millionen Euro gefördert. Darunter waren 41 neue Firmenansiedlungen. Tiefensee kündigte an, dass die Regeln zur Vergabe staatlicher Zuschüsse vereinfacht werden.