Investitionsbedarf bei Straßenbahnen: Städte hoffen auf Landesmittel

Thüringens Städte mit Straßenbahnen sehen in den kommenden Jahren einen immensen Investitionsbedarf, um neue Züge und den Ausbau des Schienennetzes zu finanzieren. (Symbolfoto)
Thüringens Städte mit Straßenbahnen sehen in den kommenden Jahren einen immensen Investitionsbedarf, um neue Züge und den Ausbau des Schienennetzes zu finanzieren. (Symbolfoto)
Foto: Martin Schutt/dpa
  • "Straßenbahngipfel" in Erfurt - Kommunen melden Bedarf
  • Erfurt, Jena, Gotha, Gera und Nordhausen benötigen neue Trams
  • Teilweise sind die Garnituren älter als deren Fahrer

Thüringens Städte mit Straßenbahnen sehen in den kommenden Jahren einen immensen Investitionsbedarf, um neue Züge und den Ausbau des Schienennetzes zu finanzieren. Bis 2030 sei in den fünf Städten mit Straßenbahn-Betrieb dafür ein Betrag im hohen dreistelligen Millionenbereich nötig, sagte der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) am Mittwoch. Allein in Erfurt müssten in den nächsten Jahren für 100 Millionen Euro neue Züge gekauft werden. In anderen Kommunen sehe es ähnlich aus. Bausewein sieht hier das Land in der Pflicht. „Das können die Kommunen nicht allein stemmen.“

Mehr Straßenbahnkunden in Erfurt und Jena

In Thüringen rollen Straßenbahnen in Erfurt, Jena, Gotha, Gera und Nordhausen. Die oftmals mit Ökostrom betriebenen Züge gelten als ausgesprochen umweltfreundliches Verkehrsmittel. Die Passagierzahl steigt nicht nur in Erfurt. Auch in Jena seien die Straßenbahnen voll, sagte der Jenaer Umweltdezernent Dennis Peisker (Grüne). In der Industrie- und Universitätsstadt soll das bislang 73 Kilometer umfassende Straßenbahnnetz erweitert werden, um den Norden der Stadt mit neuen Wohnhäusern besser anzubinden. Bis zum Jahr 2030 müssten 33 der 38 derzeit betriebenen Züge erneuert werden, so Peisker.

Tatra-Wagen in Gera sind älter als deren Fahrer

Ein Großteil der Straßenbahn-Waggons in Thüringen ist in den 1990er Jahren neu angeschafft worden. Einige stammen aber auch noch aus den 1980er Jahren. „Die Tatra-Wagen sind älter als die Jungs, die sie fahren“, beschrieb Geras Oberbürgermeisterin Viola Hahn (parteilos) die Situation. In Erfurt hatten sich am Mittwoch Kommunalpolitiker von Städten mit Straßenbahnbetrieb und Vertreter von Nahverkehrsbetrieben getroffen.