Tot, nicht lebendig: Thüringen jagt die Wolfskinder von Ohrdruf

Die Wölfin und ihre sechs Welpen tappten bei Ohrdruf in eine Fotofalle. Jetzt sollen die Jungen getötet werden.
Die Wölfin und ihre sechs Welpen tappten bei Ohrdruf in eine Fotofalle. Jetzt sollen die Jungen getötet werden.
  • Das Ende: Thüringer Wolfskinder sollen erschossen werden
  • Naturschutzbehörde gibt Nachwuchs der Wölfin zur Tötung frei
  • Mischlinge aus Hund und Wolf sollten eigentlich in den Bärenpark Worbis

Es ist vorbei: Die sechs Thüringer Wolfsjungen sollen erschossen werden. Die jungen Mischlinge tappten bisher nicht in die ausgestellten Fallen auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf. Bevor sie Ende Februar geschlechtsreif sind und sich eigene Reviere suchen, sollen sie sterben. Umweltministerium und Landesverwaltungsamt haben die Pläne bestätigt.

Wolfskinder sollen schnell verschwinden

Zu weiteren Details wollte sich Ministeriumssprecher Tom Wetzling wegen der "Gesamtverantwortung für alle Akteure" derzeit nicht äußern. In der Vergangenheit hatte es gegen Jäger und Abschussbefürworter offenbar Drohungen gegeben.

Lebendfalle oder Abschuss

Die Hybriden, also Mischlinge aus Wolf und Hund, sollten eigentlich gefangen und in den Bären- und Wolfspark Worbis umgesiedelt werden. Dort kennt man sich mit Wölfen aus. Aktuell sind sechs dieser Tiere dort untergebracht, außerdem acht Bären und zwei Luchse. Für die sogenannte "Lebendentnahme" der Wolfswelpen gab es nach Angaben des Umweltministeriums ursprünglich ein Zeitfenster bis zum Jahreswechsel, spätestens bis Ende Februar.

Info-Termin für Hundebesitzer

Das Umweltministerium betont in einer Mitteilung, dass nach wie vor beide Optionen auf dem Tisch liegen. Noch können die Hybriden also dem Abschuss entgehen. Allerdings läuft die Jagd offenbar bereits parallel. Am 30. und 31. Januar gibt es in Ohrdruf und Siegelbach eine Infoveranstaltung für die Bevölkerung. Sie soll Hundebesitzer im Umfeld des Armeegeländes informieren und über Verhaltensweisen des Wolfs aufklären.

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Hybride sollen wegen Artenschutz verschwinden

Nach den geltenden Regeln müssen die Hybrid-Nachkommen der Ohrdrufer Wölfin aus Gründen der Artenschutzes aus der Natur verschwinden. Die seit 2014 auf dem Truppenübungsplatz lebende Wölfin soll dort bleiben.

Bildergalerie: Wölfin und ihre Welpen tappen bei Ohrdruf in die Foto-Falle:

Experten haben die Tötung der Mischlinge aus Wolf und Haushund befürwortet: Weil die Wolfsjungen Gene von Haushunden in sich tragen, müsse eine weitere Vermischung des Erbguts verhindert werden, da sonst der Fortbestand der Wolfspopulation gefährdet sei. Tierschützer hatten die Pläne scharf kritisiert.

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