Rätsel um antiken Schädel in Gotha gelöst

Vor etwa 240 Jahren ist der antike Miniatursarg mit einem menschlichen Schädel und der Inschrift Opfer Pompeji nach Thüringen gekommen. (Symbolfoto)
Vor etwa 240 Jahren ist der antike Miniatursarg mit einem menschlichen Schädel und der Inschrift Opfer Pompeji nach Thüringen gekommen. (Symbolfoto)
Foto: dpa
  • Rätsel um Schädel aus Herzoglicher Kunstkammer Gotha gelüftet
  • Radiokarbonmethode führt zu neuer Erkenntnis über das tatsächliche Alter
  • Frage damit geklärt, ob es wirklich ein Opfer eines Ausbruchs des Vesuvs war

Vor etwa 240 Jahren ist der antike Miniatursarg mit einem menschlichen Schädel und der Inschrift Opfer Pompeji nach Thüringen gekommen. Das Rätsel um die Herkunft ist aber erst jetzt mit modernen Untersuchungsmethoden gelöst worden, wie der Direktor der Stiftung Schloss Friedenstein, Martin Eberle, am Donnerstag in Gotha sagte. Danach ist der Mann um 112 vor bis 21 nach Christus gestorben - also weit vor dem Vesuv-Ausbruch im Jahr 79 nach Christus. Schädel und Minisarkophag sind im Untergeschoss des Herzoglichen Museums zu sehen.

Prinz August von Sachsen-Coburg-Altenburg findet Schädel in Pompeji

Seit 1843 sind sie im Inventar der Herzoglichen Kunstkammer vermerkt: Prinz August von Sachsen-Coburg-Altenburg (1747-1806) hatte den Schädel 1778 bei seiner Italienreise in Pompeji gefunden. Die Herkunft erschien schlüssig, allerdings habe es um 1800 schon einen florierenden Fälschermarkt gegeben, sagte Eberle.

Radiokarbonmethode wird an Exponat aus Gotha angewendet

Um die Echtheit des Schädels zu überprüfen, sei Ende 2016 an der Universität Heidelberg eine 14-C-Untersuchung (Radiokarbonmethode) vorgenommen worden. Das Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege Weimar konnte Alter, Geschlecht und krankheitsbedingte Veränderungen am Knochen feststellen. Der Mann aus dem Mittelmeerraum wurde etwa 30 bis 45 Jahre alt. Er hatte Entzündungen in Kieferhöhle und an der Kopfhaut, einen vereiterten Zahn und tumorartige Veränderungen am Gaumenknochen.

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