IG Metall startet ganztägige Warnstreiks in Thüringen

In Thüringen werden die ganztägigen Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie voraussichtlich schon am Mittwoch beginnen.
In Thüringen werden die ganztägigen Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie voraussichtlich schon am Mittwoch beginnen.
Foto: Guido Kirchner/dpa
Nachdem es in der laufenden Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektrobranche bislang keine Verständigung zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern gab, sollen nun ganztägige Warnstreiks den Druck erhöhen.

Im bundesweiten Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie greift die IG Metall auch in Thüringen zu ganztägigen Warnstreiks. Der Werkzeughersteller Werkö in Königsee-Rottenbach (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) ist nach Angaben der Gewerkschaft der erste Betrieb im Land, bei dem am (morgigen) Mittwoch gestreikt wird.

60.000 Beschäftigte im Streik

Bis einschließlich Freitag sollen dann im Bezirk Mitte in insgesamt mehr als 40 Betrieben mit zusammen rund 60.000 Beschäftigten die Arbeit niedergelegt werden, erklärte der für Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen zuständige Bezirksleiter Jörg Köhlinger in Frankfurt. Beschäftigte in Thüringen werden seinen Angaben zufolge an jedem Tag streiken.

Verhandlungen bisher gescheitert

Die IG Metall will den Tarifforderungen nach mehr Geld und der Angleichung der Arbeitszeit in Ost und West Nachdruck verleihen. Die Belegschaften der ausgewählten Betriebe hätten sich jeweils mit großer Mehrheit für die Tagesstreiks ausgesprochen, berichtete Köhlinger. Am vergangenen Wochenende waren Verhandlungen mit den Arbeitgebern in Stuttgart gescheitert.

"Fairer Anteil wird verweigert"

Er habe bei den Arbeitgebern weder beim Geld noch bei der Arbeitszeit Kompromissfähigkeit feststellen können, erklärte der Bezirkschef. „Sie verweigern den Beschäftigten den fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen, der auch auf der hohen Flexibilität der Beschäftigten beruht.“

Warnstreiks sollen Druck erhöhen

Ein neuer Verhandlungstermin stehe noch nicht fest, sagte Köhlinger. Mit den ganztägigen Warnstreiks erhöhe man den Druck, der einzelnen Unternehmen richtig weh tun werde. „Die sind so gut ausgelastet, dass sie objektiv keine Chance haben, die Produktionsausfälle nachzuholen.“ Das sei auch eine Folge verfehlter Personalpolitik in den vergangenen Jahren.

Forderungen der Gewerkschaft

Die Gewerkschaft verlangt sechs Prozent mehr Geld und Möglichkeiten zur vorübergehenden Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden. Bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollen nach Vorstellungen der Gewerkschaft einen Teilausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber bislang strikt ablehnen. Sie verlangen zudem, das verfügbare Arbeitsvolumen zu erhalten.