Unzählige Auto-Diebstähle: Bande in Thüringen vor Gericht

Mutmaßliche Mitglieder einer Autoschieberbande stehen in Gera vor Gericht. (Symbolfoto)
Mutmaßliche Mitglieder einer Autoschieberbande stehen in Gera vor Gericht. (Symbolfoto)
Foto: Arno Burgi / dpa

Eine Vielzahl von Autoaufbrüchen und -diebstählen wirft die Staatsanwaltschaft Gera vier mutmaßlichen Autodieben vor. Den Männern, die Mitglieder einer Bande gewesen sein sollen, wird jetzt der Prozess gemacht.

Vor dem Landgericht Gera hat am Dienstag der Prozess gegen vier mutmaßliche Mitglieder einer Autoschieberbande begonnen. Gemeinsam mit mindestens zehn weiteren Bandenmitgliedern sollen sie in Thüringen, aber auch in Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt hochwertige Autos gestohlen haben. Staatsanwalt Jürgen Boße zählte fast 50 verschiedene Fälle auf, worunter auch eine Reihe von versuchten Diebstählen war. Die gestohlenen Fahrzeuge wurden laut Anklage ins Ausland gebracht und entweder im Ganzen oder in Teilen verkauft. Die 25 bis 38 Jahre alten Angeklagten äußerten sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Bis zu 100 Zeugen im Autoschieber-Prozess

Der Prozess vor dem Landgericht wird sich nach derzeitigen Planungen bis Juli hinziehen. Es könnten bis zu 100 Zeugen - darunter Autobesitzer und Polizisten - geladen werden.

Wie Boße am Rande des ersten Verhandlungstages weiter sagte, sind die Beschuldigten vermutlich noch für eine größere Zahl von Taten zumindest mitverantwortlich. Diese seien wohl vor dem 21. Januar 2016 begangen worden, dem ersten Tag, den er in seiner Anklage erwähnte. Bis zum Juni 2017 habe dann die Serie von Autoaufbrüchen und -diebstählen angedauert, bei der nach Überzeugung der Ermittler die Angeklagten in wechselnden Besetzungen dabei waren. Sie hätten in den Tatnächten zuweilen bis zu drei Autos ins Visier genommen.

Autos gestohlen oder aufgebrochen

Auch wenn es bisweilen nicht gelungen sei, die Autos zu stehlen, so sei in allen Fällen zumindest Sachschaden entstanden, sagte der Staatsanwalt. Zudem hätten die Beschuldigten aus den aufgebrochenen Fahrzeugen zum Teil mobile Navigationsgeräte und andere Gegenstände mitgehen lassen. In einem Fall warf er den Angeklagten vor, bei der Flucht vor der Polizei einen Unfall mit einem Streifenwagen bewusst herbeigeführt zu haben.

Thüringen als Transitstrecke für Autodiebe

Dass die bundesweite Diebstahlserie überhaupt in Gera verhandelt wird, begründete Boße damit, dass die Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft sich akribisch in die Serie eingearbeitet hätten. Es sei auffällig gewesen, dass die Mitglieder der Bande Thüringen offenbar auch als Transitstrecke nutzten und zum Teil auf Autobahnen im Freistaat bei Geschwindigkeitskontrollen geblitzt wurden.

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In Mühlhausen hat ein Mann mit einer Schreckschusswaffe um sich geschossen und so die Polizei auf den Plan gerufen. (Symbolfoto)
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