Voll schuldfähig: Messerstecher droht nach Schul-Gräueltat hohe Haftstrafe

Die Anklage laute auf versuchten Mord und schwere Körperverletzung, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. (Symbolfoto)
Die Anklage laute auf versuchten Mord und schwere Körperverletzung, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. (Symbolfoto)
Foto: dpa
  • Nach Messerangriff in Klosterschule Roßleben: 15-Jähriger vor Gericht
  • Anklage auf versuchten Mord und schwere Körperverletzung

Nach der Messerattacke auf einen Mitschüler in einer Schule in Roßleben (Kyffhäuserkreis) hat die Staatsanwaltschaft Mühlhausen Anklage gegen einen 15 Jahre alten Gymnasiasten erhoben. Die Anklage laute auf versuchten Mord und schwere Körperverletzung, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Der 15-Jährige soll den Mitschüler im vergangenen September mit einem 20 Zentimeter langen Küchenmesser mindestens fünfmal in den Rücken gestochen haben.

Was zuvor in Roßleben geschah:

Opfer ist nach Tat querschnittsgelähmt

Er habe ihn umbringen wollen, weil er wissen wollte, „wie es sich anfühlt, einen Menschen zu erstechen und zuzuschauen“, wie er stirbt, teilte die Anklagebehörde zum Motiv mit. Der Gymnasiast habe gestanden. Das Opfer ist seit der Tat querschnittsgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt.

Extreme Brutalität in der Durchführung

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll sich der Schüler bereits am Vorabend zu der Tat entschlossen haben. Am Folgetag nach der achten Schulstunde habe er im Klassenzimmer das Messer aus der Schultasche gezogen, den Kopf des damals 14-jährigen Mitschülers mit dem Arm nach vorn gedrückt und von hinten auf ihn eingestochen - bis die Klinge des Messers abbrach. Danach versetzte er ihm drei Faustschläge ins Gesicht. Er wurde noch in der Schule festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft.

15-Jähriger ist vermutlich voll schuldfähig - zehn Jahre Haft?

Die Anklagebehörde hält den Gymnasiasten, der bis zur Messerattacke strafrechtlich ein unbeschriebenes Blatt war, für voll schuldfähig. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft und damit die Höchststrafe nach Jugendstrafrecht. Der Prozesstermin steht noch nicht fest. Die zuständige Jugendstrafkammer wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandeln.