Drei Jahre Haft: Serien-Brandstifter bleibt Lachen im Halse stecken

Der 26-Jährige wurde vom Amtsgericht Mühlhausen verurteilt.
Der 26-Jährige wurde vom Amtsgericht Mühlhausen verurteilt.
Foto: Tony Schmidt

Bei der Urteilsverkündung vergeht einem ewig grinsenden Angeklagten das Lachen. Auch nach der Berufungsverhandlung im Prozess um schwere Brandstiftung muss er in Haft.

Nach zwei schweren Brandstiftungen mit mehr als 100.000 Euro Schaden muss ein 26-Jähriger aus dem Kyffhäuserkreis für drei Jahre in Haft. Laut Berufungsurteil des Landgerichtes Mühlhausen vom Freitag hat der Mann im Jahr 2016 zwei Brände im Kyffhäuserkreis und im Unstrut-Hainich-Kreis gelegt. „Wir sind der Überzeugung, dass der Angeklagte die Brände im Draisinebahnhof Lengenfeld unterm Stein und am Amtsgericht Sonderhausen gelegt hat“, sagte der Vorsitzende Richter Robert Retzer in der Urteilsverkündung. Der Angeklagte, der die Brandstiftungen bestritt, will Revision beim Oberlandesgerichtes Jena einlegen.

Mann aus Kyffhäuserkreis verurteilt

Bei weiteren Brandstiftungen im Kyffhäuserkreis, derer der 26-Jährige angeklagt war, sei die Beweislage „zu dünn“ und der Mann deshalb freizusprechen gewesen, erklärte der Richter. Die Berufungskammer blieb unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die für fünf Brandstiftungen vier Jahre Haft gefordert hatte. Geändert wurde auch das erstinstanzliche Urteil von dreieinhalb Jahren Haft, das sowohl vom Angeklagten und der Staatsanwaltschaft angefochten worden war.

Was bisher geschah:

Brandstifter bereits 2017 in Mühlhausen verurteilt

Neben den zwei nach Auffassung des Gerichts nachgewiesenen Brandstiftungen hat sich der Beschuldigte auch der Sachbeschädigung am Feuerwehrgerätehaus Lengenfeld und eines Diebstahl in seinem Elternhaus schuldig gemacht. Die Kammer verhandelte elf Tage, ließ das Handy und das Navigationsgerät aus dem Auto des Mannes auslesen und brachte sogar einen Spürhund zum Einsatz. Die Überzeugung der Berufungskammer habe sich aus Indizien und Zeugenaussagen ergeben, sagte Retzer.