Hauptsächlich Frauen in Mini- und Teilzeitjobs

Weil viele Frauen kürzer arbeiten und schlechter bezahlt werden, droht ihnen besonders Altersarmut. (Symbolbild)
Weil viele Frauen kürzer arbeiten und schlechter bezahlt werden, droht ihnen besonders Altersarmut. (Symbolbild)
Foto: imago/Karina Hessland
  • Rund 80 Prozent aller Teilzeitjobs mit Frauen besetzt
  • Weniger Lohn für Frauen führt zu Altersarmut

In Hotels, Gaststätten und Bäckereien Thüringens arbeiten zahlreiche Frauen auf Teilzeit-Basis oder in einem Minijob.

Überstunden statt Vollzeit-Verträge

„Oftmals würden diese Frauen gerne länger arbeiten, aber die Arbeitgeber spielen dabei nicht mit“, sagte Jens Löbel, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Thüringen am Montag in Erfurt. Stattdessen würden die Betroffenen mit Teilzeit-Verträgen eingestellt, machten dann aber viele Überstunden.

80 Prozent Frauenanteil bei Teilzeit-Jobs

Wie die NGG mitteilte, beträgt der Anteil von Frauen bei den 4400 Teilzeit-Stellen in Suhl 82 Prozent. In Gera seien es bei 10.700 derartiger Stellen 80 und in Erfurt bei rund 29.500 Stellen 78 Prozent. Wie viele der Frauen freiwillig Teilzeit arbeiteten, um Familie und Beruf vereinbaren zu können, wisse man nicht.

Weiter weniger Lohn für Frauen

Zugleich verwies er auf die Ungleichheit bei der Entlohnung. So verdienten Frauen in Deutschland zuletzt 21 Prozent weniger als Männer. Im EU-Durchschnitt lag der so genannte „Gender Pay Gap“ dagegen bei 16 Prozent. „Es kann nicht sein, dass Paula nur deshalb auf bis zu mehrere Hundert Euro pro Monat verzichten muss, weil sie nicht Paul heißt“, kritisierte der Gewerkschafter.

Frauen droht mehr Altersarmut

Sollte die Politik nicht deutlich mehr gegen die Lohnungerechtigkeit unternehmen, dürfte sich nach Einschätzung der NGG auch die Altersarmut für Frauen verschärfen. Geringere Löhne und kürzere Arbeitszeiten sorgten für magere Renten. Auch Erziehungs- und Pflegezeiten tragen laut Löbel dazu bei.