Bündnis distanziert sich von mutmaßlichem Bomben-Bastler

Bei einer Razzia in Thüringen sind bei einem ehemaligen der acht Sprecher eines Demokratiebündnisses Chemikalien zur Sprengstoffherstellung gefunden worden. (Symbolfoto)
Bei einer Razzia in Thüringen sind bei einem ehemaligen der acht Sprecher eines Demokratiebündnisses Chemikalien zur Sprengstoffherstellung gefunden worden. (Symbolfoto)
Foto: imago/imagebroker; Montage: Thüringen24
  • Polizei findet bei Razzia in Thüringen Sprengstoff und verdächtige Chemikalien
  • Einer der Verdächtigen war Sprecher in einem Demokratiebündnis
  • Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte" im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt distanziert sich

Das linke Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“ (Zumsaru) hat sich am Donnerstag öffentlich von einem ihrer ehemaligen Sprecher distanziert. Zuvor war bekannt geworden, dass bei dem Mann und einem weiteren Beschuldigten bei Polizei-Razzien in Rudolstadt und Uhlstädt-Kirchhasel verdächtige Chemikalien und Sprengstoff gefunden worden sind. Nun ermitteln Kripo und Staatsanwaltschaft gegen die beiden 25 und 31 Jahre alten Männer.

Bündnis Zumsaru reagiert auf Sprengstoff-Razzia

In einer Mitteilung berichtet Zumsaru, dass der Sachverhalt dem Bündnis erst „mit heutigen Presseveröffentlichungen bekannt wurde.“ Nachdem in Medienberichten bereits über die Zugehörigkeit eines der Tatverdächtigen zum Bündnis spekuliert worden war, heißt es nun bei dem Bündnis, dass der Mann in der Vergangenheit tatsächlich – unter anderem als einer von acht Sprechern – bei Zumsaru aktiv war. Das Bündnis setzt sich laut eigener Auskunft gewaltfrei unter anderem gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus ein.

Wortlaut der Distanzierung des Bündnisses

"Wir sind entsetzt über die Lagerung von Materialien, die zur Sprengstoffherstellung geeignet sind. Unabhängig von Zweck und Ziel steht für uns fest, dass es keinen einzigen akzeptablen Grund zur Lagerung dieser Materialien – geschweige denn zum Einsatz von Sprengstoff – gibt. Wir distanzieren uns aufs Schärfste von den nun bekannt gewordenen Aktivitäten."

Bisher keine Ermittlungen wegen politischem Tatmotiv

Das Bündnis hoffe nun, dass Polizei und Staatsanwaltschaft die im Raum stehenden Vorwürfe schnellstmöglich aufklären können. Gegenüber Thüringen24 hieß es von der zuständigen Staatsanwaltschaft, dass es derzeit keine Anhaltspunkte für ein politisches Motiv bei den Beschuldigten gibt. Die Ermittlungen laufen momentan nur gegen die beiden 25- und 31-Jährigen und nicht etwa gegen das Bündnis. Zumsaru erklärt, dass es "über keine feste organisatorische Struktur" verfügt, und sich selbst als loses Bündnis verstehe, "das für alle Interessierten im Landkreis offen ist".