Menschenkette gegen Stromtrasse - 3000 protestieren gegen Südlink

In Fambach demonstrierten am Wochenende 3000 Menschen gegen die geplante Südlink-Stromtrasse. (Symbolbild)
In Fambach demonstrierten am Wochenende 3000 Menschen gegen die geplante Südlink-Stromtrasse. (Symbolbild)
Foto: © Uwe Schlick / www.pixelio.de
  • 3000 Menschen demonstrieren in Fambach gegen Stromtrasse
  • R2G für alternative Route

Mit einer Menschenkette in Fambach bei Meiningen haben am Sonntag etwa 3000 Menschen gegen den geplanten Bau der umstrittenen Südlink-Stromtrasse durch Teile Thüringens protestiert. Auch die Landesregierung ist gegen den geplanten Verlauf des Netzes.

Anja Siegesmund will Trasse nicht hinnehmen

Die Teilnehmer versammelten sich entlang der früheren Bundesstraße 19, um ihrem Unmut über die vom Netzbetreiber Tennet favorisierte Streckenvariante durch Rhön, Werratal und Hainich Luft zu machen. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) kritisierte, dass ein Alternativvorschlag Thüringens zur Trassenführung „einfach vom Tisch gewischt“ worden sei. „Das nehmen wir nicht hin - und die Menschen in der Region erst recht nicht.“

700 Kilometer für Strom im Süden

Die 700 Kilometer lange Trasse soll im Zuge der Energiewende Strom von Nord- nach Süddeutschland bringen. Thüringen hatte einen deutlich weiter westlichen Verlauf unter Umgehung des Landes vorgeschlagen. Die Bundesnetzagentur hatte diese Alternativvariante durch Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Süddeutschland kürzlich verworfen, was in Thüringen auf Empörung stößt.

Auch in Bayern und Hessen Widerstand

Unter den Protestierenden in Fambach waren auch Vertreter hessischer und bayerischer Bürgerinitiativen, die sich ebenfalls gegen die Trasse wehren, sagte Fambachs Bürgermeister Jürgen Herrmann (SPD). Die Aktionsbündnisse gegen mehrere in Deutschland geplante Stromtrassen hatten sich bereits am Samstag im hessischen Fulda getroffen und einen Stopp des Stromnetzausbaus gefordert. Sie seien gegen überdimensionierten Netzausbau und für eine dezentrale Energiewende, erklärten mehrere Aktionsbündnisse laut einer Mitteilung des Bundesverbands der Bürgerinitiativen gegen Südlink.

Bündnis auch gegen Südostlink

Die Kritik der Aktionsbündnisse richtet sich gegen die sogenannten Stromautobahnen. Dazu gehört auch eine weitere Thüringen möglicherweise betreffende Trasse - der Südostlink. Die Aktionsbündnisse kritisierten das bisherige Planungsverfahren scharf. Von der Politik forderten die Kritiker neben einem Ausbaustopp ein planvolleres Vorgehen. Nötig seien ein ressortübergreifender Plan für die Energiewende und ein Energiewende-Gesetz.