Wollten Reichsbürger aus Thüringen eine eigene Armee gründen?

Die Partisanenarmee der Reichsbürger würde sich sicher nicht unter der Flagge der Bundesrepublik zusammenfinden. (Symbolfoto)
Die Partisanenarmee der Reichsbürger würde sich sicher nicht unter der Flagge der Bundesrepublik zusammenfinden. (Symbolfoto)
Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa
  • Razzia bei Reichsbürgern in Thüringen vorerst ohne konkretes Ergebnis
  • Auswertung von Datenträgern dauert an
  • Wollten die Reichsbürger eine Armee in Deutschland gründen?

Bei den Durchsuchungen im Umfeld der sogenannten Reichsbürger am Sonntag haben die Ermittler weder Waffen gefunden, noch Verdächtige festgenommen. Bei den Razzien in mehreren Bundesländern habe sich kein dringender Tatverdacht ergeben, sagte am Dienstag ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Bei den Durchsuchungen in Berlin, Brandenburg und Thüringen ging es um den Verdacht der Gründung und Mitgliedschaft in einer rechtsterroristischen Vereinigung und Verstöße gegen das Waffengesetz.

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Reichsbürger im Verdacht, BRD-Ordnung abschaffen zu wollen

Das Ziel der Verdächtigen sei es, die staatliche Ordnung der Bundesrepublik abzuschaffen und durch eine neue, an die organisatorische Struktur des deutschen Kaiserreiches angelehnte, zu ersetzen. Dafür hätten sie in Betracht gezogen, nötigenfalls Menschen zu töten und dafür möglicherweise bereits Waffen beschafft, hatte der Generalbundesanwalt am Sonntag mitgeteilt. Dafür, so die Bundesanwaltschaft am Dienstag, hätten sich am Sonntag zunächst keine Beweise finden lassen. Die Auswertung einiger Beweismittel, zum Beispiel von beschlagnahmten Datenträgern, halte jedoch noch an.

Wollten Reichsbürger eine Armee gründen?

Der MDR hatte am Dienstag berichtet, die betroffenen Personen hätten die Gründung einer Partisanenarmee geplant und dafür Waffen- und Nahrungsdepots anlegen wollen. Die „Thüringische Landeszeitung“ hatte darüber hinaus berichtet, Anlass der vermeintlichen Armee-Gründung sei der 99. Jahrestag der Unterzeichnung des Versailler Vertrags. Zu den Berichten wollte sich die Bundesanwaltschaft aus Rücksicht auf die weiter laufenden Ermittlungen nicht äußern.