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Ausstellung zeigt: Thüringen war schon immer ganz eigen – auch bei der Industrialisierung

Foto: TSK
Aus dem grünen Herzen Deutschlands kam schon immer Außergewöhnliches: Der erste Kindergarten, der Christbaumschmuck und das Zeiss-Planetarium in Jena war das weltweit erste Großplanetarium. Kein Wunder, denn Thüringen ging bei der Industrialisierung einen ganz eigenen Weg. Diese einzigartige Geschichte der industriellen Revolution in Thüringen präsentiert eine große Ausstellung mit mehr als 500 Schauobjekten bis zum 9. September in Pößneck.

Von der Schuhproduktion bis zur Eisenbahngeschichte können Interessierte in diesem Jahr in die Thüringer Industriegeschichte eintauchen. Unter dem Motto „Erlebnis Industriekultur – Innovatives Thüringen seit 1800“ schlägt die Ausstellung einen Bogen bis zur Industrie der Gegenwart. Ein Jahr lang recherchierte der Kurator Andreas Christoph in Museen, Archiven, Firmen- und sogar Privatsammlungen und hat eine außergewöhnliche Mischung von 500 Exponaten zusammengetragen, die Thüringen als bedeutende Region der Industrialisierung darstellt. Die Bandbreite reicht dabei von mehreren hundert Kilo schweren Stahlelementen aus dem Schachtbau über vollständige Werkstatteinrichtungen bis hin zu kleinem Holzspielzeug und Puppen. Mit dieser Rundumschau werden die wichtigsten historischen Industrie- und Produktionszweige des Freistaats in nur einer Ausstellung zusammengeführt, die in der denkmalgeschützten Shedhalle in Pößneck beheimatet ist.

Bei der Besichtigung stehen den Besuchern fünf Audioführungen von jeweils etwa einer halben Stunde Dauer zur Verfügung. Gemeinsam mit der Witwe eines Gothaer Wasserbauingenieurs, einem Dienstmädchen oder einem amerikanischen Geschäftsmann können sie die Ausstellung aus deren Perspektive erleben. Die Figuren nehmen die Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit mit und berichten über die Thüringer Industriegeschichte aus ihrer eigenen Erfahrung. Auch das umfangreiche Rahmenprogramm macht das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln erlebbar.

Einen ganz eigene und künstlerische Perspektive bietet eine Fotoausstellung zu verlassenen Orten der Thüringer Industriegeschichte. Unter dem Titel „Im Niemandsland. Lost Places in Thüringen“ sind ab dem 11. August in der Pößnecker Gottesackerkirche die besten und preisgekrönten Arbeiten aus dem gleichnamigen Fotowettbewerb zu sehen. Sie ergänzen den historischen Blick der Industrieausstellung um einen künstlerischen Kommentar. Und stellen die Frage, wie wir künftig mit unserem Industrieerbe in Thüringen umgehen wollen.

Die Ausstellung kann dienstags bis sonntags in der Zeit von 11 bis 19 Uhr besucht werden. Die Eintrittskarte (Erwachsene 8 Euro, Ermäßigt 4 Euro, Kinder bis 6 Jahre frei) berechtigt auch zum Besuch des Museum642 – Pößnecker Stadtgeschichte.

Alle Infos unter www.industriekultur-thueringen.de.

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