Mann erwürgt Freundin: Urteil "nah dran am Mord"

Das Landgericht Mühlhausen hat einen 52-Jährigen für den gewaltsamen Tod seiner Freundin zu neun Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. (Symbolbild)
Das Landgericht Mühlhausen hat einen 52-Jährigen für den gewaltsamen Tod seiner Freundin zu neun Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. (Symbolbild)
Foto: Jan Woitas/dpa
  • Er habe seine Freundin besitzen wollen, urteilt das Gericht Mühlhausen über den Angeklagten
  • Eine heftige Auseinandersetzung in Ilfeld (Kreis Nordhausen) endet tödlich für die Frau
  • Nun wurde eine lange Haftstrafe verhängt

Das Landgericht Mühlhausen hat einen 52-Jährigen für den gewaltsamen Tod seiner Freundin zu neun Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. „Aus Wut und Enttäuschung hat der Angeklagte zugeschlagen und zu Tode gewürgt“, sagte der Vorsitzende Richter Gerd Funke am Freitag. Verurteilt wurde der bisher nicht vorbestrafte Mann nun wegen Totschlags und Körperverletzung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Angeklagter wollte getötete Freundin besitzen

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der angeklagte Deutsche vor einem Jahr seine vier Jahre jüngere Freundin getötet hat. Er habe die Frau besitzen wollen - sie aber habe sich von ihm trennen wollen. Im gemeinsamen Haus in Ilfeld (Kreis Nordhausen) sei es deshalb zu einer heftigen Auseinandersetzung mit tödlichem Ende gekommen.

Mehrere Minuten lang die Kehle zugedrückt

„In der Küche kam es zum Streit, der sich im Bad mit Schlägen auf den Rücken fortsetzte“, sagte Richter Funke. Nach einem heftigen Stoß sei die Frau gegen die Badewanne gestürzt. Als sie sich aufrichten wollte, habe der Angeklagte sie von hinten erwürgt. Vier bis sechs Minuten soll es gedauert haben, bis sie kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Seine Frau lebe nicht mehr, soll der Mann dann dem Notarzt am Telefon gesagt haben.

"Nah dran am Mord"

Ein Geständnis des Angeklagten und die Zahlung von Schmerzensgeld an die 14 und 21 Jahre alten Töchter der Getöteten führten zu einer Strafmilderung. Die Staatsanwaltschaft hatte elf, die Verteidigung sieben Jahre Haft beantragt. Bei der Tötung war der Angeklagte „nah dran am Mord“, hieß es im Urteil. Er habe Haus und Familie sichern und die 48-Jährige besitzen wollen.

Unzufriedenheit, Streit und Drohungen

Sein späteres Opfer und er hätten sich 2013 über eine Partnerschaftsvermittlung kennengelernt, hieß es weiter. 2016 beim Bau des gemeinsamen Hauses seien erste Probleme aufgetaucht. Er sei unzufrieden gewesen, habe sich über alles aufgeregt. Im Februar 2017 habe er im Streit gedroht, sich umzubringen und das Haus anzuzünden. Die Frau habe sich schließlich trennen wollen.