Nach Neonazi-Attacke: Täter noch immer auf freiem Fuß

Nach der Attacke auf Journalisten im Eichsfeld sind die Täter noch immer auf freiem Fuß. (Symbolfoto)
Nach der Attacke auf Journalisten im Eichsfeld sind die Täter noch immer auf freiem Fuß. (Symbolfoto)
Foto: Imago/Chromorange
  • Nach Angriff auf Journalisten im Eichsfeld noch keine Festnahmen
  • Beratungsstelle für rechte Gewalt und die Linke kritisieren Vorgehen der Staatsanwaltschaft
  • Mutmaßliche Täter sollen NPD-Funktionär nahe stehen

Gut einen Monat nach dem Angriff von mutmaßlich Rechtsextremen auf Journalisten im Eichsfeld sind die Täter weiter unbekannt. Es gebe zwar Fotos, die Identifizierung der abgebildeten Menschen sei aber schwierig, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Mühlhausen, Dirk Germerodt, am Dienstag. Zuvor hatte das „Göttinger Tageblatt“ über den Ermittlungsstand berichtet.

Staatsanwaltschaft Mühlhausen überprüft Beweismittel

Laut Germerodt soll nun geprüft werden, ob die Fotos authentisch sind. „Die Fotos wurden erst den Medien und dann uns angeboten. In solchen Situationen überprüfen wir immer den Weg der Beweismittel“, sagte Germerodt der Deutschen Presse-Agentur. Anhaltspunkte für eine Manipulation der Fotos gebe es bislang nicht.

Ezra kritisiert Staatsanwaltschaft

Die Beratungsstelle ezra für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt kritisierte die Staatsanwaltschaft Mühlhausen scharf: „Ohne einen tatsächlichen Hinweis auf eine vermeintliche Manipulation der Fotos zu nennen, erzeugt der Sprecher der Staatsanwaltschaft in der Öffentlichkeit das Bild von lügenden Opfern neonazistischer Gewalt“, sagte ezra-Beraterin Theresa Lauß.

Martina Renner betont Schutz der Pressefreiheit

Auch Martina Renner (Linke) kritisiert das Vorgehen der Staatsanwaltschaft. Allein die Schwere des Vorwurfs erfordere eine intensive Maßnahmen, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wenn staatliche Stellen Journalisten unterstellen, sie könnten die Fotos der Angreifer manipuliert haben, treten sie den Schutz der Pressefreiheit mit Füßen“, heißt es weiter.

Täter stehen NPD-Landesvorsitzendem nahe

Ende April waren zwei Journalisten im Eichsfeld von maskierten Männern in einem Auto verfolgt und körperlich attackiert worden. Die Angreifer raubten nach Angaben des Landeskriminalamts die Kamera- und Fotoausrüstung der Journalisten. Ausgangspunkt des Konflikts sollen Foto- und Filmaufnahmen der beiden Journalisten vom Grundstück des Thüringer NPD-Landesvorsitzenden Thorsten Heise gewesen sein.