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A9-Dramen: Helfer traumatisiert – Emotionaler Appell der Polizei

Zwei tödliche Massencrashs auf der A9
Zwei Menschen verloren bei zwei Massencrashs auf der A9 in dieser Woche ihr Leben. Den Helfern haben die Rettungsarbeiten alles abverlangt, heißt es von der Polizei. (Montage: Arne Schein, Polizei Thüringen)
  • Schreckens-Unfälle auf A9 fordert zwei Tote
  • 570.000 Euro Schaden entstanden
  • Rettungskräfte betroffen und mitgenommen
  • Polizei Thüringen wendet sich mit Verhaltens-Tipps an Öffentlichkeit

14 Fahrzeuge waren innerhalb zweier Tage in die Schreckens-Unfälle auf der A9 involviert, bei denen zwei Menschen ihr Leben verloren. Insgesamt ist ein Schaden von 570.000 Euro entstanden. Die entsetzlichen Bilder, die sich den Rettungskräften am Dienstag und Mittwoch an den Unfallstellen boten, haben sich schon jetzt ins Gedächtnis gebrannt. Die Polizei Thüringen macht ihre Betroffenheit öffentlich und fragt: „Wie kann so etwas überhaupt passieren?“. In ihrem Facebook- Post von Freitag, veröffentlicht sie Verhaltens-Tipps, „die hoffentlich dazu beitragen, solche Unfälle künftig zu vermeiden.“

Kettenreaktion von Dienstag auf der A9 endet tödlich

Was war in der Unfall-Woche auf der A9 passiert? Am Dienstag war es auf der A9 zum ersten Unfall gekommen, der die Unglücks-Kette ins Laufen brachte. Ein Motorrad kollidierte bei Schleiz mit einem Auto, woraufhin sich ein Stau bildete, den ein Lastwagenfahrer offenbar zu spät erkannte. Sein Fahrzeug fuhr gegen einen Lkw, der mit Papierrollen beladen war.

Erster Fahrer verliert auf A9 sein Leben

Bei dem Zusammenstoß wurde der Lkw in einen Kleintransporter geschoben und fing Feuer. Ein 53-Jähriger wurde in dem Transporter eingeklemmt und starb noch am Unfallort. Das Feuer griff später auf einen anderen Sattelzug über. Auch zwei weitere Lastwagen vor dem Transporter wurden bei dem Auffahrunfall ineinandergeschoben. Ein Lastwagenfahrer musste aus seinem Führerhaus befreit werden. Die A9 war in Richtung München bis in die Nacht voll gesperrt.

Bilder vom ersten Rettungseinsatz auf der A9

Zweiter tödlicher Unfall auf A9 am Mittwoch

Nur einen Tag später ereignete sich der zweite tödliche Unfall auf der A9 auf beinahe identische Art und Weise. Zwischen den Anschlussstellen Bad Klosterlausnitz und Eisenberg hatte sich im Baustellenbereich ein Stau gebildet. Auch hier krachte ein Lastwagen ungebremst in das Stauende und schob zwei weitere Lkws ineinander. Zwei der Fahrer wurden in ihren Führerhäusern eingeklemmt. Einer erlag seinen Verletzungen noch an der Unfallstelle, der andere konnte schwer verletzt befreit werden. Die A9 war stundenlang, bis in den Abend gesperrt.

Bilder der Aufräumarbeiten zwischen Bad Klosterlausnitz und Eisenberg

Polizei Thüringen wendet sich betroffen an Öffentlichkeit

Am Freitag äußerte sich die Polizei Thüringen auf Facebook schwer mitgenommen: „Solche Unfälle machen betroffen und verlangen von den Einsatzkräften vor Ort alles ab. Sie müssen mit den schlimmen Bildern klarkommen und benötigen oftmals im Nachgang selbst Hilfe“, heißt es in dem Post. Mit der Hoffnung, irgendwie dazu beizutragen, dass solche traumatischen Szenarien künftig vermieden werden können, hat die Polizei Thüringen Verhaltenshinweise zusammengestellt:

Verhaltens-Tipps bei Stau auf der Autobahn

  • Verkehrsfunk hören, um frühzeitig über Staus informiert zu werden.
  • Auf Stauwarnschilder achten, sie informieren rechtzeitig über Staugefahren.
  • Sobald ein Stau ersichtlich ist, den Warnblinker anschalten. „Lieber einmal zu viel, als zu wenig.“, heißt es weiter
  • Rechtzeitig das Tempo verringern und langsam an den Stau heran fahren, um dem nachfolgenden Verkehr ausreichend Reaktionszeit zu ermöglichen.
  • Sicherheitsabstand einhalten, um die eigene Reaktionszeit zu erhöhen.
  • Wenn man am Stauende steht, den Rückspiegel im Auge behalten. Sollte man den Eindruck haben, dass der Nachfolger den Stau nicht erkannt hat, nach Möglichkeit selbst auf den Standstreifen ausweichen und hupen.
  • Regelmäßig Pausen machen, um fit und konzentriert zu sein.