Studentin erstochen: Urteil nach hinterhältigem Mord

Der Täter aus Nordhausen muss ins Gefängnis. (Symbolfoto)
Der Täter aus Nordhausen muss ins Gefängnis. (Symbolfoto)
Foto: dpa
  • Urteil nach Mord an Studentin in Nordhausen gesprochen
  • Täter bekommt in Mühlhausen lebenslänglich
  • 22-Jährige heimtückisch mit Messer erstochen

Ein 27 Jahre alter Student soll wegen Mordes an seiner Mitstudentin lebenslang in Haft. Das Landgericht Mühlhausen sah es als erwiesen an, dass der Deutsche die 22-Jährige vor zehn Monaten in seiner Nordhäuser Wohnung im Schlaf überraschte und sich später entschloss, sie zu töten.

Täter aus Nordhausen zu lebenslanger Haft verurteilt

Der Angeklagte habe heimtückisch und mit Verdeckungsabsicht mindestens sieben Mal auf sein arg- und wehrloses Opfer eingestochen, sagte der Vorsitzende Richter. Eine besondere Schwere der Schuld, wie sie von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung beantragt worden war, verneinte er. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mörder lügt Umfeld an

Zuvor hatten bereits die Anwälte die einheitliche Auffassung vertreten, dass der voll schuldfähige Angeklagte die junge Frau erst mit einem Messergriff an der Schläfe verletzt und sie kurze Zeit später heimtückisch erstochen hat. Er soll dem Opfer aus Liebe einen Job beim Katastrophenschutz in Erfurt versprochen haben, den es gar nicht gab. Der angebliche Arbeitsvertrag sollte am 29. August 2017 in Bonn unterschrieben werden. Das ahnungslose Opfer soll deshalb am Vorabend in die Wohnung des Angeklagten gegangen und dort auf der Couch eingeschlafen sein. In der Tatnacht soll der Mann Panik bekommen haben, dass alles auffliegt. Die Frau hatte den Angaben zufolge seine Liebe nicht erwidert. Für sie war es eine freundschaftliche Beziehung.

22-Jährige verblutete durch Messerstiche

Die 22-Jährige hatte den Ermittlungen zufolge bis zum ersten Messerstich nichts von einer Todesgefahr geahnt. Sie verblutete durch weitere Stiche in die Brust und in den Rücken. Der Angeklagte fügte sich selbst anschließend mehrere Schnittverletzungen zu, die aber laut Gerichtsmedizin nicht lebensgefährlich waren.

Ankelagter vor Gericht in Mühlhausen als „Hochstapler“ charakterisiert

Der psychiatrische Gutachter hatte den Angeklagten als „Hochstapler“ charakterisiert, der sich als Einzelgänger mit Lügen mehr Aufmerksamkeit erhoffte. Seine Eltern hatte er eine nicht bestandene Abschlussprüfung verschwiegen, einer Professorin von „Krebs im Endstadium“ und den baldigen Einzug ins Hospiz berichtet. Er habe nie mit ihr geredet, sondern sie immer nur angeschaut, sagten seine Verteidigerin im Plädoyer. Er wollte gar nicht verteidigt werden, war ihr Eindruck.