Tod von Kindern in der DDR nur vorgetäuscht? Betroffene Familien gesucht

Viele Frauen glauben inzwischen nicht mehr, dass ihr Kind vor, während oder nach der Geburt in der DDR gestorben sei. Sie halten für möglich, dass ihr Kind nicht gestorben ist, sondern lebt und nicht über seine Herkunft informiert ist. (Symbolbild)
Viele Frauen glauben inzwischen nicht mehr, dass ihr Kind vor, während oder nach der Geburt in der DDR gestorben sei. Sie halten für möglich, dass ihr Kind nicht gestorben ist, sondern lebt und nicht über seine Herkunft informiert ist. (Symbolbild)
Foto: Imago/Robert Harding
  • Frauen glauben, über tote Kinder belogen worden zu sein
  • Forschungsinstitut widmet sich Schicksalen aus der DDR
  • Zeitzeugen und Betroffene gesucht

Ein neues Forschungsprojekt soll die Eindrücke von Frauen aufarbeiten, die annehmen, dass ihnen der Tod ihres Kindes zu DDR-Zeiten nur vorgetäuscht worden ist. Seit einigen Jahren kämen Frauen auf sie zu, die nicht mehr glaubten, dass ihr Kind vor, während oder nach der Geburt gestorben sei, teilte Sachsen-Anhalts Aufarbeitungsbeauftragte Birgit Neumann-Becker am Mittwoch in Magdeburg mit. Diese Frauen hätten meist in den 1970er und 1980er Jahren in der DDR entbunden. „Sie halten für möglich, dass ihr Kind nicht gestorben ist, sondern lebt und nicht über seine Herkunft informiert ist.“

Eltern von Sternenkinder in Thüringen sollen sich melden

Das Forschungsprojekt unter Leitung des Direktors des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Ulm, Florian Steger, solle diese Fragen unter medizinhistorischen Aspekten umfassend aufarbeiten. Betroffene Familien, deren Kinder in Mitteldeutschland geboren worden seien, könnten sich per Mail oder der Nummer (0391) 560 15 01 an die Landesbeauftragte von Sachsen-Anhalt wenden, hieß es weiter.

Wissenschaftliche Auswertung von DDR-Zeitzeugen

Geplant ist, Zeitzeugengespräche aufzuzeichnen und wissenschaftlich auszuwerten. Wichtig sei, dass die Wissenschaftler umfassend Einsicht nehmen können in Akten und Protokolle. Jede einzeln vorgetragene Situation werde grundlegend analysiert.