Sonne, Mond und Sterntaler - SMS-Festival gestartet

Das SonneMondSterne-Festival hat auch 2018 wieder tausende junge Leute Leute nach Saalburg gelockt. (Archiv)
Das SonneMondSterne-Festival hat auch 2018 wieder tausende junge Leute Leute nach Saalburg gelockt. (Archiv)
Foto: SonneMondSterne 2017, Tony Günther

Das SonneMondSterne-Festival an der Bleichlochtalsperre in Saalburg geht in die 22. Runde. Die Anreise verlief entspannt. Erstmals gibt es eine eigene Währung auf dem Gelände.

Schon von Weiten sind die unzähligen Zelte, Pavillons und Autos zu sehen. Hektarweise bedecken sie die Felder rings um die Bleichlochtalsperre bei Saalburg. Das SonneMondSterne-Festival startet in seine 22. Auflage und dieses Jahr werden über 40.000 Feierwütige erwartet. Mehr als 150 Künstler werden an den drei Tagen in sechs Zelten und auf zwei Open Air-Bühnen elektronische Musik zum Besten geben.

Galerie: SonneMondSterne-Bilder vom Donnerstag

SonneMondSterne-Festival startete Punkt 18 Uhr

Am Freitag um 18 Uhr öffneten die Tore des Festivalgeländes. Wie in jedem Jahr strömten die Besucher über die große Eingangstreppe, über der aktuell der überdimensionale „XXII“-Schriftzug prangt und ihnen rund um die Uhr den Weg zur Musik weist.

Polizei ist ständig präsent

Der Festivalbereich samt Zeltplatz gilt temporär als „gefährdeter Ort“. Deshalb sind auf dem Gelände und den Zu- und Abfahrten auch rund um die Uhr mehrere hundert Polizeibeamte aus ganz Thüringen unterwegs – auch in Zivil. Sie führen verdachtsunabhängige Personenkontrollen durch.

Zwei Schwerverletzte nach Gasexplosion

Polizeisprecher Eddy Krannich ist froh, dass es an den Anreisetagen seit Mittwoch recht entspannt zugegangen war. Ein Unfall auf dem Zeltplatz am Donnerstag gegen 13 Uhr hatte jedoch zwei Schwerverletzte zur Folge. Nach Zeugenaussagen soll es beim Wechsel der Gaskartusche eines Campingkochers beim Kochen zu einer Explosion gekommen sein. Dabei wurden ein Mann (23) und eine Frau (Alter unbekannt) schwer sowie ein Mann (21) und eine Frau (22) leicht verletzt. Die beiden Schwerverletzten wurden mit Rettungshubschraubern in ein Klinikum in Halle geflogen. Für die beiden besteht aktuell keine Lebensgefahr, so Eddy Krannich. Die leicht verletzten Personen kamen zur ambulanten Behandlung in das Schleizer Krankenhaus. Die Kripo Saalfeld ermittelt wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung.

100 Straftaten bis zum Freitagabend

Eddy Krannich berichtet weiterhin von „nur drei Körperverletzungen“. Bis Freitagabend wurden 100 Straftaten bei der Polizei vor Ort registriert. Zirka 80 davon hatten mit Betäubungsmitteln zu tun. „Es waren aber alles kleine Mengen. Da ist alles dabei, aber hauptsächlich Gras und Crystal Meth“, so Eddy Kranich. Außerdem wurden vier Sachbeschädigungen aufgenommen. „Das waren Kratzer an Autos und ein zerstörtes Zeltgestänge, also keine schlimmen Straftaten.“ Ganz allgemein wolle man die Menschen ja gern feiern lassen. „Wer aber mit Drogen erwischt wird, muss eben mit einer Anzeige rechnen. Ob dann die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt, ist deren Sache.“

Frühe Anreise sorgt für entspannte Verhältnisse

Die Anreise lief in diesem Jahr noch ruhiger ab als in den Vorjahren. „Die Leute reisen immer früher an. Damit verteilt sich das gut“, sagt Eddy Kranich. Nur einmal gab es einen Rückstau von einer Stunde Wartezeit aus Richtung Schleiz, der sich aber schnell wieder aufgelöst hatte.

Fünf Tage Einsatz für die Beamten

Der Umgang mit den Polizisten sei sehr entspannt. „Alle grüßen freundlich und wenn man runter auf das Gelände geht, wollen viele ein Selfie“, sagt Eddy Krannich. Mit dabei seien auch viele junge Kollegen, die sich freiwillig für den Dienst beim Festival gemeldet hatten. Über fünf Tage arbeiten die Polizisten im wechselnden Schichtsystem, um die Sicherheit auf dem Gelände zu gewährleisten. Wegen der Trockenheit sind außerdem zwei zusätzliche Löschfahrzeuge der Feuerwehr im Einsatz. Sie unterstützen die vorhandenen Fahrzeuge der Wehren aus Schleiz und Saalburg. Außerdem hat das Sicherheitspersonal auf ihren Quads Feuerlöscher dabei. Die Festivalbesucher werden dazu angehalten, beim Grillen auf dem Zeltplatz Abstand vom Wald zu nehmen. Offenes Feuer ist grundsätzlich verboten, genauso wie Böller und Feuerwerkskörper.

Nur wenige Verletzte beim Deutschen Roten Kreuz

Trotz der Hitze am Mittwoch und Donnerstag vermeldet auch das DRK kaum Behandlungen wegen Dehydrierung. Lediglich kleinere Schnittwunden und Verstauchungen verarzteten die Sanitäter. Von ihnen sind insgesamt 40 im Schichtdienst unterwegs und unterstützen sechs Notärzte.

Sterntaler feiern Premiere auf dem Festival

Eine Neuerung beim diesjährigen Festival sind die „Sterntaler“. Eine eigene Währung, mit der auf dem Gelände, Essen und Getränke gekauft werden können. Damit soll die Wartezeit an den Ständen verkürzt werden. Dafür gibt es Umtauschstationen an denen die Besucher die „Sterntaler“ aus Plastik gegen Bargeld, EC- oder Kreditkarte einwechseln können. Dazu gibt es Automaten, an denen getauscht werden kann. Ein „Sterntaler“ ist 2,50 Wert und kann auch geteilt werden.

Staub und Trockenheit statt grüne Wiesen

Auf dem Festivalgelände staubt der Boden. Wegen der langen Trockenzeit ist auch der Wasserspiegel der Talsperre enorm gesunken. Die eigentlich grünen Wiesen haben sich gelb gefärbt. Der Staub wird regelmäßig vom auffrischenden Wind aufgewirbelt und die Zelte und Pavillons flattern bis zum Sonnenuntergang und darüber hinaus vor sich hin.