Per Skype ins Gefängnis: Gefangene der JVA Hohenleuben können jetzt chatten

Skype im Gefängnis. In der Haftanstalt in Hohenfelden startet das Pilotprojekt. (Symbolbild)
Skype im Gefängnis. In der Haftanstalt in Hohenfelden startet das Pilotprojekt. (Symbolbild)
Foto: dpa
Neben der Haftstrafe wird der eingeschränkte Kontakt zur Familie für Häftlinge oft zur Belastung. Im Gefängnis in Hohenleuben kommt der Besuch nun zumindest via Bildschirm.

Insassen der JVA Hohenleuben können nun per Skype mit ihren Angehörigen in Kontakt treten. "Gefangene können Besuch nun auch am Computerbildschirm empfangen“, erläuterte Gefängnischef Jürgen Frank anlässlich der Vorstellung des Pilotprojekts am Dienstag. Für Strafgefangene seien Besuche von ganz besonderer Bedeutung. "Sie sind ein kostbares Gut und bilden die Brücke zu Freunden und Verwandten draußen“, so Frank.

Skype als Brücke von Haftanstalt zur Außenwelt

Allerdings hätten viele Besucher eine weite Anreise nach Ostthüringen. Dies sei mit erheblichen zeitlichen und finanziellen Anstrengungen verbunden. Per Skype hätten Häftlinge nun die Möglichkeit Angehörigen zu sehen, die bislang aufgrund der Entfernung nicht zum Besuch nach Hohenleuben gekommen seien. Das System sei auch für ausländische Gefangene interessant, da bei ihnen Besuche von Angehörigen wegen der weiten Wege bislang die Ausnahme seien.

Skype-Besuche im Gefängnis werden überwacht

Mitgehört werden die Gespräche nach Franks Angaben grundsätzlich nicht. Allerdings überwacht ein Beamter an einem separaten Bildschirm das Gespräch. So soll ausgeschlossen werden, dass nicht angemeldete Personen zu dem Gespräch hinzustoßen.

Digitalisierung des Strafvollzuges in Hohenleuben

Die Einführung der sogenannten Videotelefonie ist nach Angaben des Anstaltschefs ein weiterer Baustein zur Digitalisierung des Strafvollzuges. Bislang konnten die Häftlinge schon über ein Haftraum-Mediensystem fernsehen, telefonieren, unter Überwachung Emails versenden sowie auf ausgewählte Internetseiten zugreifen. Dazu gehören die Seite der Agentur für Arbeit, bestimmte Portale zur Wohnungssuche und die Seiten von Bildungsträgern. (dpa)