Fahrplanwechsel am Sonntag: Das ändert sich bei der Bahn in Thüringen

  • Gera bekommt wieder Fernzüge.
  • Jena bekommt ein ICE-Trostpflaster.
  • Mit dem neuen Fahrplan ändert sich noch einiges mehr.

Bahnreisende und Pendler in Thüringen müssen sich in den nächsten Tagen auf mehrere Änderungen einstellen. Grund ist der Fahrplanwechsel, der am Sonntag in Kraft tritt. Neben zahlreichen neuen Verbindungen gibt es auch neue Preise und neue Bahnbetreiber.

Die Deutsche Bahn erhöht die Preise im Fernverkehr um durchschnittlich 0,9 Prozent. Wir haben die wichtigsten Änderungen aufgelistet.

Fünf Sprinter stoppen in Erfurt

FERNVERKEHR: Seit einem Jahr ist die neue Hochgeschwindigkeitstrasse München-Berlin über Erfurt, Halle und Leipzig in Betrieb. Von Sonntag an schickt die Deutsche Bahn zusätzlich zwei besonders schnelle Züge pro Tag über Halle auf die Strecke. Damit gibt es fünf statt drei Sprinter, die die gesamte Strecke planmäßig in vier statt viereinhalb Stunden schaffen.

Gera findet den Anschluss wieder

Erstmals seit zwölf Jahren wird auch Gera wieder an den Fernverkehr angeschlossen. Die IC-Züge auf der Mitte-Deutschland-Verbindung fahren von Gera über Jena, Weimar und Erfurt weiter nach Kassel.

Auf der Strecke Erfurt-Gera ersetzt die Linie bisher dort fahrende Regionalzüge. In diesem Abschnitt können deshalb alle Intercity-Züge auch mit Fahrscheinen des Nahverkehrs ohne Aufpreis benutzt werden.

Saale-Express kommt

REGIONALVERKEHR: Als die Schnellfahrstrecke Berlin-München stufenweise ans Netz gingen, musste Jena auf eine ICE-Anbindung verzichten. Als Ersatz wurden Expresslinien zugesagt, die besser und häufiger mit den Bahnknoten Erfurt und Leipzig verbinden.

Umgesetzt wird das jetzt unter anderem mit dem neuen Saale-Express. Die Linie fährt im Zwei-Stunden-Takt. Eine Fahrt von Jena nach Halle soll dann nur noch eine Stunde dauern. Zudem wird der Franken-Thüringen-Express verlängert. Statt zwischen Nürnberg, Saalfeld und Jena fährt er jetzt auch bis Leipzig.

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NEUER BAHNBETREIBER: Bei 16 Linien steht an den Zügen von Sonntag an Abellio statt Deutsche Bahn oder Harz-Elbe-Express. Die Tochter der niederländischen Staatsbahn übernimmt das sogenannte Dieselnetz quer durch Sachsen-Anhalt, das aber auch bis nach Erfurt reicht.

Die Gesamtlänge des Netzes umfasst 1.422 Kilometer Strecke und 140 Bahnhöfe. Bahnreisende können dann laut Unternehmen in 54 fabrikneue Fahrzeuge steigen. Ticketautomaten gibt es an Bord. Ansonsten verspricht Abellio, dass trotz Betreiberwechsel das meiste beim alten bleibt: "Strecken gleich, Takte gleich, alles gut!".

MEHR WLAN: Die Bundesländer lassen immer mehr Nah- und Regionalzüge mit kostenlosen WLAN-Zugängen ausstatten. So verfügen alle Abellio-Züge im Dieselnetz über Hotspots. Auch der neue Saale-Express zwischen Jena und Halle ist damit ausgestattet. (dpa/ck)