Kaltes Wasser und rohe Gewalt: Mann aus Greußen wegen versuchten Totschlags angeklagt

Die Frau konnte sich nach dem Angriff noch zu einer Nachbarin retten. (Symbolbild)
Die Frau konnte sich nach dem Angriff noch zu einer Nachbarin retten. (Symbolbild)
Foto: Maurizio Gambarini, dpa
  • Ein Mann soll eines Nachts seine Ehefrau geschlagen, getreten und mit einem Messer angegriffen haben
  • Jetzt steht er in Mühlhausen vor Gericht
  • Viel wird von der Glaubwürdigkeit des Opfers abhänge.

Mühlhausen/Greußen. Jede Menge Akten, Vorstrafen und Gutachter: Im Prozess um versuchten Totschlag gegen einen 33-Jährigen aus dem Kyffhäuserkreis zogen seine Anwälte schon gleich zum Auftakt vor dem Landgericht Mühlhausen alle Register.

Verteidiger wollen Glaubwürdigkeit erschüttern

So machten die beiden Pflichtverteidiger am Freitag klar, dass sie vor allem die Glaubwürdigkeit der mutmaßlichen Geschädigten erschüttern wollen. Die 37-Jährige, die laut Anklage im Vorjahr von ihrem Ehemann in der gemeinsamen Wohnung geschlagen und schwer verletzt worden sein soll, ist im Prozess als Nebenklägerin vertreten.

Erst soll die Frau vor Gericht aussagen

Die Anwälte ihres Noch-Ehemanns kündigten an, dass sich ihr Mandant erst zu den Vorwürfen der Staatsanwältin äußern werde, nachdem die Frau ausgesagt hat.

Noch mehr Prozesse:

Bis zur Fortsetzung des Prozesses am 24. Januar 2019 sollen noch einmal die Original-Akten mit denen der Verteidiger auf Vollständigkeit überprüft werden. An dem von den Anwälten angekündigten Antrag auf Aussetzung des Verfahrens wurde nicht festgehalten.

Brutale Attacke in der Nacht

Dem ebenfalls 37 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, im April 2018 im gemeinsam bewohnten Haus in Greußen seine Frau geschlagen, getreten und mit einem Messer angegriffen zu haben.

Bei der nächtlichen Attacke soll der Mann das Opfer im Schlafzimmer mit einem Eimer kaltem Wasser geweckt und dann in der Küche schwer misshandelt haben.

"Ich werde dich abstechen!"

Die Frau soll durch Schläge mit dem Stuhl, später mit dem Stuhlbein und Stiche mit einem Messer schwer an Kopf, Gesäß, Rumpf und Rippen verletzt worden sein. Bei den Übergriffen soll der Angeklagte geäußert haben, dass er seine Ehefrau abstechen werde. Der Frau gelang schließlich die Flucht durch ein Fenster auf die Straße, wo ihr eine Zeugin half.

Angeklagter sitzt in U-Haft

Der Angeklagte sitzt seit der Tat wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Im Prozessverlauf sollen 25 sogenannte Bei-Akten von früheren Verfahren gegen den Angeklagten und gegen das Opfer verlesen werden.

Gutachter gucken genau hin

Nach Gerichtsangaben ist er wegen versuchten Totschlags und sie wegen uneidlicher Falschaussage vorbestraft. Laut Staatsanwaltschaft hat es regelmäßig Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten gegeben. Ein Psychiater und eine Gerichtsmedizinerin sind als Gutachter in dem Prozess vertreten.

Hilfe bei häuslicher Gewalt

Anmerkung der Redaktion: Wenn du selbst häusliche Gewalt erlebst oder jemanden kennst, der darunter leidet, kannst du dir bei der Opferhilfe Thüringen helfen lassen. Im Internet findest du alle wichtigen Informationen und Zuständigkeiten auf der Homepage www.opferhilfe-thüringen.de. Frauen können sich speziell an das Hilfe-Telefon wenden. Die Beratung unter der Nummer (08000) 116016 erfolgt anonym, streng vertraulich und kostenfrei.

(dpa/ck)