Kätzchen verätzt: Jetzt werden die Tierquäler in Thüringen zu Gejagten

In Riechheim wurden zwei Katzen gefunden, deren Fell sich ablöst. Möglicherweise steckte ein Tierhasser sie in eine ätzende Flüssigkeit.
In Riechheim wurden zwei Katzen gefunden, deren Fell sich ablöst. Möglicherweise steckte ein Tierhasser sie in eine ätzende Flüssigkeit.
Foto: Tierauffangstation/Tierheim Großliebringen
  • Brutale Fälle von Tierquälerei in Thüringen?
  • Kätzchen durch ätzende Substanz schwer verletzt
  • Hund überlebt nur dank Not-OP
  • Tierschutzorganisation Peta setzt Belohnung aus

Thüringen. Nachdem sich in Thüringen mehrere Fälle mutmaßlicher Tierquälerei abgespielt haben, erhöht sich der Druck auf mögliche Tierhasser. Nicht nur, dass die Behörden ermitteln – die Tierschutzorganisation Peta hat jetzt auch hohe Belohnungen für Hinweise ausgesetzt. Konkret geht es um die beiden Katzen, die im Ilm-Kreis durch eine ätzende Substanz schwer verletzt wurden, sowie um mit Schrauben gespickte Köder, die einen Hund im Wartburgkreis fast das Leben gekostet hätten.

Krasse Fälle in Thüringen: Köder mit Schrauben und verätzte Katzen

In Immelborn waren Futterstücke ausgelegt und mit Schrauben präpariert worden. Zwar gibt es noch keine konkrete Spur zum Täter, doch klar ist, dass hier jemand bewusst einem Tier schaden wollte. Ein Beagle hatte sich die vermeintlichen Leckerli geschnappt und später eine Schraube erbrochen. Nur eine Notoperation konnte ihn retten. Der Tierarzt entfernte bei dem Eingriff noch weitere Schrauben.

Um den Tierquäler finden zu können, setzt Peta eine Belohnung über 500 Euro für Hinweise aus. „Der Unbekannte, der die gefährlichen Köder in Immelborn ausgelegt hat, muss sofort gestoppt werden, bevor weitere Vierbeiner verletzt oder sogar getötet werden“, sagt Judith Pein von Peta. Solche Täter zu überführen sei oft schweierig. „Deshalb kann es in solchen Fällen auf den noch so unwichtig erscheinenden Hinweis ankommen.“

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Mit der Belohnung will Peta die Arbeit der Polizei unterstützen und Hundehalter für das Thema sensibilisieren. Geschädigte sollten unbedingt Anzeige bei der Polizei erstatten, rät die Tierschutzorganisation.

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Katzen in Riechheim in ätzende Substanz getränkt?

Ein weiterer krasser Fall ereignete sich im Ilm-Kreis. In Riechheim wurden zwei Katzen gefunden, die von einer öligen und ätzenden Substanz überzogen waren. Die Flüssigkeit löste ihnen das Fell ab und verletzte ihre Haut. Eines der Tiere wird bei den Haltern gepflegt, ein weiteres kommt in der Tierauffangstation Großliebringen langsam wieder zu Kräften.

Peta setzt Belohnung für Hinweise zu Tierquälern aus

Dass hier wirklich ein Tierquäler am Werk war, lässt sich bislang nicht belegen. Aber an einen Zufall will niemand mehr so recht glauben. „Dass beide Katzen einen Unfall erlitten haben, ist unwahrscheinlich", schreibt auch Peta. Deshalb setzen die Tierschützer hier ebenfalls eine Belohnung für Hinweise aus: 1000 Euro.

Wer hilfreiche Angaben bei der Suche machen kann, wird gebeten, sich telefonisch unter der Nummer (01520) 737 33 41 oder per E-Mail an whistleblower@peta.de bei der Tierrechtsorganisation zu melden. Auch anonyme Hinweise sind den Angaben zufolge möglich. (maf)