"Neonazi-Terror" in Thüringen? Junge Männer sollen zahlreiche Straftaten begangen haben

Sie sollen seit Jahren ihr Umfeld terrorisieren, meint die Opferberatung ezra. Jetzt solle endlich ein Signal gesetzt werden. (Symbolbild)
Sie sollen seit Jahren ihr Umfeld terrorisieren, meint die Opferberatung ezra. Jetzt solle endlich ein Signal gesetzt werden. (Symbolbild)
Foto: imago/blickwinkel

Vor dem Amtsgericht Eisenach hat am Donnerstag der Prozess gegen vier junge Männer aus der rechten Szene aus Eisenach begonnen. Ein Prozess von dem sich insbesondere politisch Engagierte Signalwirkung erhoffen.

Ezra: Straffreier Terror in Eisenach

"Die Angeklagten und ihr Umfeld terrorisieren weitgehend straffrei seit Jahren alle diejenigen, die bisher die Courage hatten, sich der rechten Normalität in Eisenach entgegenzustellen.“, erklärt Robert Friedrich, Mitarbeiter der Opferberatung ezra.

Zentrum rechter Gewalt in Thüringen

Nach Einschätzung der Opferberatungsorganisation habe sich Eisenach neben Saalfeld zu einem Zentrum rechter Gewalt in Thüringen entwickelt. Von 8 bis 18 Uhr kündigte ein Bündnis eine Kundgebung an, um auf die mutmaßlich bedrohlichen Zustände in Eisenach aufmerksam zu machen und Opfer von Gewalttaten zu unterstützen, wie es in einer Mitteilung der Opferberatung heißt.

Männer aus Eisenach sollen zahlreiche Straftaten begangen haben

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten zahlreiche Straftaten zwischen 2015 und 2018 vor allem in Eisenach vor. Dazu zählen Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Diebstahl sowie Verstöße gegen das Waffengesetz. Drei der Beschuldigten könnten wegen ihres Alters noch nach Jugendstrafrecht verurteilt werden.

Hauptangeklagte erst 20 Jahre alt

Der 20 Jahre alte Hauptangeklagte räumte am Donnerstag einige Vorwürfe ein. So gab er unter anderem zu, 2017 einen Mann in der Stadt geschlagen zu haben. Er bestritt jedoch den Vorwurf, 2015 an Schmierereien auf dem Gelände einer jüdischen Gedenkstätte in der Stadt beteiligt gewesen zu sein.

Beschuldigte stehen zu dem rechten Spektrum

Die Angeklagten machen aus ihren politischen Überzeugungen keinen Hehl. Vor Gericht bezeichnete sich der Hauptangeklagte als "Rechtsaktivist". (dpa, aj)