Bratwurstmuseum auf KZ-Gefangenenlager – Wie es trotz Kritik weitergehen soll

Das Bratwurstmuseum soll von Holzhausen nach Mühlhausen verlegt werden. Auf ein ehemaliges Außenlager des KZ BUchenwald.
Das Bratwurstmuseum soll von Holzhausen nach Mühlhausen verlegt werden. Auf ein ehemaliges Außenlager des KZ BUchenwald.
Foto: dpa

Die umstrittenen Pläne für ein Bratwurstmuseum auf dem Gelände eines ehemaligen KZ-Außenlagers im nordthüringischen Mühlhausen werden konkreter. Der Stadtrat stimmte am Donnerstagabend mit großer Mehrheit der Änderung des Flächennutzungsplanes für das Gebiet am Stadtwald zu, wie eine Sprecherin der Stadt am Freitag sagte.

Bratwurst auf Buchenwald-Außenlager: Wie denkt ihr darüber?

Damit sei der Weg für den Bau aber noch nicht ganz frei. Auch dem Bebauungsplan müsse der Stadtrat noch zustimmen. Auf dem Gelände soll zusätzlich ein Gedenkort entstehen, wie die Sprecherin sagte.

In dem ehemaligen Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald wurden von September 1944 bis Februar 1945 rund 700 jüdische Frauen hauptsächlich aus Ungarn und Polen gefangen gehalten. Die in das Lager deportierten Frauen mussten in einem rund drei Kilometer entfernten Rüstungsbetrieb Zwangsarbeit verrichten.

Umzug von Holzhausen nach Mühlhausen

Das Bratwurstmuseum ist bislang in Holzhausen bei Arnstadt in Thüringen und soll von dort nach Mühlhausen umziehen. Die am Mittwoch bekanntgewordenen Standortpläne hatten am Donnerstag für Diskussionen gesorgt. Mühlhausens Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) kündigte wegen der Kritik Gespräche mit der jüdischen Landesgemeinde und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora an.

Seit 2008 besitzt nach Angaben der Stadt ein privater Investor das Gelände am nordöstlichen Rand des Stadtwalds in Mühlhausen. Zuvor war das Gelände im Besitz des Bundes. (dpa)