Wasserstoff-Zug soll im Linien-Betrieb durch Thüringen rollen – das sind die Pläne

Der Wasserstoff-Zug Coradia iLint auf einer Testfahrt zwischen Rottenbach und Katzhütte Thüringen.
Der Wasserstoff-Zug Coradia iLint auf einer Testfahrt zwischen Rottenbach und Katzhütte Thüringen.
Foto: Michael Reichel / dpa

Auf der Strecke der Schwarzatalbahn in Ostthüringen sollen von Ende 2021 an testweise Linienzüge fahren, die mit Wasserstoff-Brennstoffzellen angetrieben werden. Eine europaweite Ausschreibung für den Streckenbetrieb zwischen Rottenbach und Katzhütte als Pilotprojekt werde derzeit vorbereitet, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums am Montag.

Die Strecke sei geeignet für Züge mit dem alternativen Antrieb. Die Kosten für das Pilotprojekt liegen nach Ministeriumsangaben bei 20 Millionen Euro, die Hälfte davon will Thüringen aus EU-Mitteln aufbringen.

Wasserstoff-Zug fährt ersten Test in Thüringen

An einer Testfahrt mit dem Triebwagen "Coradia iLint" des französischen Herstellers Alstom auf dem 25 Kilometer langen Abschnitt der auch touristisch genutzten Strecke hatten am Montag unter anderem Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) teilgenommen.

Der weltweit erste serienreife Wasserstoff-Brennstoffzellen-Zug ist derzeit in Deutschland in sechs Bundesländern unterwegs. Er fahre genauso komfortabel wie jeder andere Zug auch, sagte der Ministeriumssprecher.

Schwarzatalbahn als geeignete Pilot-Strecke

Eine Machbarkeitsstudie für das Projekt von der Bauhaus-Universität Weimar hat laut Ministerium ergeben, dass die Strecke der Schwarzatalbahn für ein Pilotprojekt derzeit am besten geeignet ist. Die Energie für die Wasserstoffproduktion könnte von Windparks in der Region kommen. Die Technologie dafür sei von einem Thüringer Unternehmen entwickelt worden, hieß es. (dpa)