Ließ David Köckert einen Zeugen verprügeln, der ihn ins Gefängnis brachte?

David Köckert soll einen Übergirff auf einen Zeugen organisiert haben. Die Staatsanwaltschaft erhob jetzt Anklage. (Archivbild)
David Köckert soll einen Übergirff auf einen Zeugen organisiert haben. Die Staatsanwaltschaft erhob jetzt Anklage. (Archivbild)
Foto: dpa

Gera/Greiz. Der Thüringer Neonazi und Greizer Stadtrat David Köckert hat sich eine Klage wegen schwerer räuberischer Erpressung und Beleidigung eingehandelt. Ihm wird angelastet, für einen Übergriff auf einen Zeugen verantwortlich zu sein, der ihn in einem Gerichtsverfahren im letzten Jahr belastet hatte.

Wie Martin Zschächner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, am Dienstag bestätigte, sitzt das frühere NPD-Mitglied Köckert nun schon mit einer kurzen Unterbrechung seit Ende Oktober in Untersuchungshaft.

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Zschächner zufolge hatten Einsatzkräfte zuvor seine Wohnung und die eines weiteren Beschuldigten, außerdem mehrere Ladenlokale Köckerts durchsucht. Beiden wird ein Raubdelikt vorgeworfen. Dem Stadtrat wird zudem Beleidigung zur Last gelegt.

David Köckert soll Übergriff organisiert haben

Nach seiner Freilassung im November wurde laut Staatsanwaltschaft ein Zeuge verprügelt, der damals Köckert belastet hatte. Köckert werde nun verdächtigt, das organisiert zu haben.

Neben seiner Tätigkeit als Stadtrat gilt er als Mitbegründer von Thügida, einem Verein, den der Thüringer Verfassungsschutz als rechtsextrem beschreibt. Nach der Festnahme Köckerts im Oktober solidarisierten sich Thügida-Anhänger mit dem Stadtrat und wollten für seine Freilassung demonstrieren. Auf der Facebook-Seite „Wir lieben Sachsen/Thügida“ kündigten sie damals ihren Protest an. „Auf Wunsch des Anwalts" sei am Ende jedoch nicht protestiert worden, hieß es später. (dpa, aj)