Neonazi-Razzia: Wollen die Rechten eine kriminelle Vereinigung etablieren?

Die Razzia stehe in Verbindung zu Ermittlungen gegen den Thügida-Mitbegründer und Greizer Stadtrat David Köckert. (Archivbild)
Die Razzia stehe in Verbindung zu Ermittlungen gegen den Thügida-Mitbegründer und Greizer Stadtrat David Köckert. (Archivbild)
Foto: Imago/Pictureteam

Thüringen. Spezialeinheiten der Polizei haben die Wohnungen von sechs mutmaßlichen Rechtsextremen in Ostthüringen, Sachsen und Niedersachsen durchsucht. Nach den bisherigen Ermittlungen verfolgten die Beschuldigten das Ziel, rechtsextremistische Kameradschaften überregional zu vernetzen und zu etablieren, wie die Staatsanwaltschaft Gera am Dienstag mitteilte.

Neben dem Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung gibt es gegen einzelne Beschuldigte weitere Vorwürfe. Dabei geht es um Straftaten wie räuberische Erpressung, Brandstiftung und Verabredung zu einem Verbrechen.

Neonazi-Razzia in drei Bundesländern

Der Einsatz am Dienstag stehe in Verbindung zu Ermittlungen gegen den Greizer Stadtrat David Köckert, sagte Staatsanwalt Martin Zschächner. Gegen diesen hat die Geraer Behörde wegen schwerer räuberischer Erpressung und Beleidigung Anklage erhoben.

In der Folge ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera gegen insgesamt zehn Beschuldigte. Drei von ihnen saßen bereits vor der Razzia in Untersuchungshaft. Dazu gehört das frühere NPD-Mitglied Köckert, das mit einer kurzen Unterbrechung seit Ende Oktober im Gefängnis ist.

Waffen und Technik beschlagnahmt

Wie Zschächner weiter sagte, stand die Razzia in Verbindung mit zwei bereits im Oktober und Dezember 2018 erfolgten Durchsuchungen. Die Beamten beschlagnahmten am Dienstag unter anderem Datenträger, Mobiltelefone und Waffen wie etwa Schlagringe und Butterflymesser. (dpa ,aj)