Schrotthänder peinigt Frau und bringt im Prozess Esel ins Spiel

Ein Schrotthändler aus Thüringen soll seine Ehefrau misshandelt haben. Vor Gericht sorgte eine Aktion mit Eseln für Irritationen. (Symbolbild)
Ein Schrotthändler aus Thüringen soll seine Ehefrau misshandelt haben. Vor Gericht sorgte eine Aktion mit Eseln für Irritationen. (Symbolbild)
Foto: dpa
Weil er seine Ehefrau misshandelt hatte, soll ein 31-Jähriger für mehrere Jahre hinter Gitter. Für Irritationen sorgte vor Gericht eine Aktion mit Eseln.

Kyffhäuser.  Eifersucht und Hang zu Drogen: Nach gewaltsamen Übergriffen auf seine Ehefrau soll ein 31-Jähriger aus dem Kyffhäuserkreis wegen gefährlicher Körperverletzung für vier Jahre in Haft. Wegen seines Hangs zu Drogen soll der Schrotthändler im Maßregelvollzug untergebracht werden. «Trotz der vom Opfer geschilderten Todesangst ist kein Tötungsvorsatz zu nachzuweisen», sagte Staatsanwältin Anja Deppe am Mittwoch im Plädoyer vor dem Landgericht Mühlhausen.

Ehefrau mit Messer und Stuhlbein angegriffen

Anders als ursprünglich angeklagt handele es sich bei den Übergriffen auf die 37-Jährige vom April 2018 im Kyffhäuserkreis nicht um versuchten Totschlag, sondern um gefährliche Körperverletzung. Dabei habe der Beschuldigte ein Stuhlbein und ein Küchenmesser benutzt. Die Frau hatte blaue Flecke am ganzen Körper erlitten. Sie konnte durch eine Sprung aus dem Fenster zu einer Nachbarin fliehen, die die Polizei rief.

Der Nebenklägervertreter beantragte sechs Jahre Haft; die beiden Verteidiger zwei Jahre und zehn Monate Haft. Das Urteil soll am 6. März verkündet werden. Aufgrund einer krankhaften seelischen Störung war der Mann bei den Übergriffen vermindert schuldfähig.

250 Euro Schmerzensgeld für geschlagene Ehefrau

Zu seinen Gunsten seien laut Staatsanwaltschaft das Teilgeständnis, die Entschuldigung und die am Mittwoch übergebenen 250 Euro Schmerzensgeld zu werten. Zu seinen Lasten gehe, dass er zwei Tatwaffen verwendete und bereits erheblich vorbestraft ist. Der 31-Jährige saß bereits vier Jahre wegen versuchten Totschlags in Haft.

Die Nebenklage hatte am Mittwoch 5000 Euro Schmerzensgeld als «Zeichen glaubhafter Reue» verlangt und Minuten später 250 Euro übergeben bekommen. Viel wichtiger sei, dass der Angeklagte nach seiner Haftentlassung die Frau in Ruhe lasse und die mittlerweile vollzogene Scheidung akzeptiere, sagte der Anwalt der Geschädigten. Die beiden Verteidiger gaben beiden Beteiligten die Schuld an den Streitereien und betonten erneut, dass bei der Auseinandersetzung kein Messer verwendet wurde.

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Esel-Aktion sorgt für Irritationen vor Gericht

Die Plädoyers vor dem Landgericht Mühlhausen wären beinahe verschoben worden. Die Verteidiger wollten die Übergabe mehrerer Esel an das Opfer als Wiedergutmachung ihres Mandanten gewertet wissen, zogen den Antrag aber später zurück. (dpa)

Hilfe bei häuslicher Gewalt

Anmerkung der Redaktion: Wenn du selbst häusliche Gewalt erlebst oder jemanden kennst, der darunter leidet, kannst du dir bei der Opferhilfe Thüringen helfen lassen. Im Internet findest du alle wichtigen Informationen und Zuständigkeiten auf der Website www.opferhilfe-thueringen.de. Frauen können sich speziell an das Hilfe-Telefon wenden. Die Beratung unter der Nummer (0800) 011 60 16 ist anonym, streng vertraulich und kostenfrei.