Sturmtief Eberhard wütet in Thüringen: Auto kollidiert auf schneeglatter Fahrbahn +++ Unterricht ausgefallen +++

Sturmtief Eberhard sorgte nicht nur für Sturm, sondern auch für schneeglatte Straßen in Thüringen. (Archivfoto)
Sturmtief Eberhard sorgte nicht nur für Sturm, sondern auch für schneeglatte Straßen in Thüringen. (Archivfoto)
Foto: imago/Bild13
  • Sturmtief „Eberhard“ fegte auch über Thüringen
  • In einer Schule fand am Montag kein Unterricht statt
  • Unfälle, Schäden und Stromausfälle waren die Folge
  • Hier die aktuelle Entwicklung nachlesen!

Thüringen.  Unwetter und Sturm in Thüringen: Im gesamten Freistaat wurde am Wochenende die Warnstufe Rot ausgerufen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte die amtliche Unwetterwarnung auf alle Teile Thüringens ausgeweitet.

Am Sonntagabend fegten orkanartige Böen bis 110 km/h durch ganz Thüringen. Der Deutsche Wetterdienst hatte dazu geraten, das Haus nicht zu verlassen. Auch am Montag musst du mit erneuten Stürmen und Schnee rechnen.

Hier ein Überblick über das aktuelle Wetter:

Montag, 11. März: Straßensperrungen, Unfälle, Stromausfall nach dem Sturm

15.04 Uhr: In Rudolstadt fiel für einige Schüler einer Berufsschule am Montag der Unterricht aus, nachdem der Sturm das Dach eines Gebäudes abgedeckt hatte.

Wasser war in das Gebäude eingedrungen, am Montag waren Gutachter vor Ort, wie ein Sprecher des Landratsamtes sagte. Ein Teil des Unterrichts wurde in andere Gebäude verlegt.

Wie hoch der Schaden war und wann die Räume wieder nutzbar sind, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

14.53 Uhr: Auch die Feuerwehr blieb nicht verschont vom Unwetter. Am Sonntag kollidierte ein Feuerwehrauto auf der Landstraße 1034 mit einem Baum. Die Einsatzkräfte sahen den querliegenden Baum zu spät, weil ihnen zuvor ein Auto entgegen gekommen war. Personen wurden nicht verletzt.

Junger Autofahrer rutscht auf schneeglatter Fahrbahn vor Baum

14.36 Uhr: Nicht nur der Sturm machte den Autofahrer in Thüringen zu schaffen. Am Montagmorgen rutsche eine Autofahrer mit seinem Wagen auf schneeglatter Straße gegen einen Baum.

Der 26-Jährige befuhr gegen 6 Uhr die Landstraße 1145 (Rudolstädter Straße) in Richtung Neuhaus am Rennweg. Er fuhr offensichtlich zu schnell in einer Kurve im Örtchen Oberweißbach und die Kontrolle über seinen Astra. Das Auto geriet links von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem Baum.

Der Schwerverletzte kam anschließend zur weiteren Behandlung per Rettungswagen in ein Neuhäuser Krankenhaus. An dem Opel entstanden erhebliche Sachschäden. Der Wagen musste durch einen Abschleppdienst geborgen werden.

12.58 Uhr: Glück im Unglück hatte ein junger Autofahrer (20) am Sonntagabend: Er fuhr mit seinem VW zwischen Herpf und Meiningen-Dreißigacker. Kurz zuvor fiel durch den Sturm ein Baum auf die Straße.

Der 20-Jährige konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und stieß gegen den umgestürzten Baum. Er blieb unverletzt. Sein VW hingegen wurde so stark beschädigt, dass er abgeschleppt werden musste.

12.51 Uhr: Sturmtief „Eberhard“ machte auch vor den Zoo - und Tierparks in Thüringen keinen Halt. Bäume und Äste fielen auf Gehege und Besucherwege. Vor allem der Tierpark Gera zeigte sich über die Situation frustriert (hier mehr lesen).

Auf A71: Familie in Thüringen verunglückt mit Wohnwagen

11.50 Uhr: Die Polizei meldet, dass am Sonntag eine Familie aus Baden-Württemberg auf der A71 bei Sömmerda verunglückt ist. Eine Windböe hatte das Wohnwagengespann erfasst und umgeworfen.

Der Kleinbus, welcher den Wohnwagen zog, stellte sich quer und kam mit diesem auf dem rechten und Standstreifen zum Stehen. Glücklicherweise kippte der Kleinbus nicht um, sodass der 36-jährige Fahrer seine Ehefrau und die knapp zwei und elf Jahre alten Kinder nicht verletzt wurden.

8.50 Uhr: Das vom Sturm «Eberhard» von der Außenwelt abgeschnittene Dorf Mönchsberg in Sonneberg ist wieder erreichbar. Die Feuerwehr habe am frühen Montagmorgen die umgestürzten Bäume von der einzigen Zufahrtsstraße beseitigt, sagte Michael Volk, Sprecher des Landratsamtes in Sonneberg. Seit acht Uhr könne der Ort wieder angefahren werden. Auch der Strom im Dorf sei wieder da, sagte Volk.

6.50 Uhr: Deutscher Wetterdienst warnt vor Windböen, Sturm, Schnee und Glätte

Die orkanartigen Böen sind in der Nacht über Thüringen hinweggefegt. Am Montag warnt der Deutsche Wetterdient in weiten Teilen Thüringens noch vor Windböen mit einer Stärke von 60 Stundenkilometern. In der Region um Erfurt, Jena und Weimar kann es am Morgen auch noch glatt auf den Straßen werden.

Im Süden Thüringens treten aktuell auch noch Sturmböen bis zu 75 Stundenkilometern auf. Hier wird außerdem Schnee angekündigt. Voraussichtlich kann es bis 20 Uhr am Montagabend schneien.

6.40 Uhr: Für den Kyffhäuserkreis und die Kreise Eichsfeld sowie Nordhausen warnt der DWD außerdem vor heftigem Gewitter. Örtlich könne es Blitzschlag geben, Bäume entwurzelt oder Dächer beschädigt werden.

Wie die Thüringer Polizei mitteilt, wurden im Bereich Erfurt-Süd bislang keine Personen vom Sturm verletzt. Dort kam es zu mehreren Sachschäden. Bauzäune, Mülltonnen und Verkehrsschilder wurden umgeworfen, Äste von Bäumen und diverse Dachbedeckungen abgerissen. Die Höhe der Sachschäden konnte die Polizei derzeit noch nicht beziffern.

224 Einsätze für Polizei und Feuerwehr

6.25 Uhr: Insgesamt waren Polizei und Feuerwehr am Sonntag ganz schön gefordert. Die Einsatzkräfte mussten zu 224 Einsätzen rausfahren. Darunter waren auch 18 witterungsbedingte Unfälle. Bei einem der Unfälle wurde eine 50-jährige Frau leicht verletzt.

Es entstanden außerdem in ganz Thüringen Gebäude- und Fahrzeugschäden sowie zahlreiche Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume, Verkehrszeichen und Fassadenteile. Auch im Regionalverkehr der Bahn kam es zu Einschränkungen. Zum Beispiel behinderte ein Baum den Bahnbetrieb auf der Strecke Legefeld - Holzdorf im Weimarer Land.

6.18 Uhr: Auf der Ortsverbindungsstraße L 1081 zwischen Vogelgesang und Seelingstädt, Gemeinde Braunichswald im Landkreis Greiz ereignete sich sturmbedingt ein Unfall mit hohem Sachschaden. Der leere Anhänger eines 29-jährigen Fahrers eines Kleintransporters wurde von einer Windböe von der Fahrbahn angehoben und gegen einen Bus geschleudert, der im Gegenverkehr fuhr. Der Fahrer des Busses (49) blieb unverletzt. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 50.000 Euro.

In der Ortslage Treben sind Stromleitungen abgerissen. Das führte zu Beeinträchtigungen in der Stromversorgung in der Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue, Landkreis Altenburger Land.

Ortschaft Mönchsberg von der Stromversorgung abgeschnitten

Die Ortschaft Mönchsberg, Landkreis Sonneberg, ist von der Stromversorgung abgeschnitten. Hier ist die einzige Zufahrtsstraße blockiert. Die Feuerwehr versuchte die Straße zu räumen. Bei dem Versuch stürzten jedoch noch mehr Bäume ein, sodass aus Sicherheitsgründen davon abgelassen werden musste, teilte die Polizei noch in der Nacht zu Montag mit.

12 Menschen, die zu dem Zeitpunkt gerade nicht zuhause waren, können momentan nicht in ihr Haus zurück. Sie wurden durch das DRK und die Feuerwehr versorgt und untergebracht.

„Und der Großteil der Mönchsberger weiß vermutlich noch nicht einmal über den Umstand Bescheid, dass sie am Montagmorgen nicht zur Arbeit fahren können“, so die Polizei. Gegenwärtig werde, auch in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister der Gemeinde Föritztal, durch die eingesetzten Behörden alles versucht, um die Situation in den Griff zu kriegen. Jedoch wird sich die Räumung der K30 wohl erst bei Tageslicht realisieren lassen, da es für die eingesetzten Kräfte sonst zu gefährlich sei.

So heftig fegte der orkanartige Sturm am Wochenende über Thüringen hinweg:

In Erfurt, Weimar und Jena waren am Wochenende Orkanböen mit einer Stärke von bis zu 120 km/h möglich. Die stärksten Böen werden am Abend erwartet. Die Orkanböen dauern dann etwa ein bis drei Stunden an, bis sich die Böen wieder auf Sturmstärke abschwächen. Erst gegen 22 Uhr wird mit einer Entwarnung gerechnet. Es bestehe außerdem die Gefahr des Auftretens von schweren Gewittern (Stufe 3 von 4)

Warnstufe Rot in Thüringen: Amtliche Unwetterwarnung vor Orkanböen

Für den Westen Thüringens (Regionen um Eisenach, Mühlhausen, Heiligenstadt) gelte die Warnung bereits am 12 Uhr. Zwei Stunden später ziehe das Sturmtief dann über Mitte bis zu den nordöstlichen Genzen des Freistaats.

Warnstufe Rot für Thüringens Landkreise

Für den Süden Thüringens gab der Wetterdienst bereits Sonntagfrüh eine amtliche Unwetterwarnung (Warnstufe 3) heraus. Die Alarmstufe Rot wurde da noch auf folgende Regionen beschränkt:

  • Gotha
  • Hildburghausen
  • Ilm-Kreis
  • Saale-Orla Kreis
  • Saalfeld-Rudolstadt
  • Schmalkalden-Meiningen
  • Sonneberg
  • Suhl
  • Wartburgkreis

Sturmtief Eberhard behindert den Zugverkehr

In ganz Thüringen werden starke Beeinträchtigungen des Zugverkehrs erwartet. In NRW hat die Deutsche Bahn bereits den Fern- und Regionalverkehr komplett eingestellt.

Der Deutsche Wetterdienst hat angekündigt, dass der Sturmtief Eberhard weiter in Richtung Süden und Osten zeit. Genauere Auswirkungen für den Zugverkehr sind aktuell noch nicht absehbar.

Erste Schäden durch den Sturmtief

In Erfurt kam es bereits zu den ersten Einsätzen der Feuerwehr. In der Stotternheimer Straße sind Baustoffe auf die Gleise der Straßenbahn geflogen.

Durch die Verlagerung Richtung Osten soll der Sturm ab 18 Uhr in Thüringen die volle Stärke erreichen. Davon geht der Deutsche Wetterdienst aus.

Mehrere Straßen gesperrt

Durch die umgestürzten Bäume mussten auch schon einige Straßen gesperrt werden, wie die Thüringer Allgemeine berichtet. In den folgenden Gebieten sind die Straßen zur Zeit gesperrt:

  • Zwischen Altmörbitz und dem Abzweig Klausa (Altenburger Land)
  • Zwischen Lauchröden und Sallmannshausen (Wartgurgkreis)
  • Zwischen Dietzhausen und Suhl

Die Polizei empfiehlt außerdem, die Autobahnbrücken auf der A71 zu meiden.

Im Laufe des Tages wurden der Feuerwehr mehrere umgestürzte Bäume gemeldet. In Erfurt seien Dächer von mindestens zwei Häusern abgedeckt worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Verletzte wurden der Polizei am späten Nachmittag noch keine gemeldet. (aj/ses/js/mb)