Thüringer Schule kurz vor dem Aus: Schulleiter schmeißt hin – Wer rettet die Retter?

Sie sollen helfen und leben retten. Dazu braucht es eine gute Ausbildung. Aber was, wenn die nicht mehr gewährleistet ist? (Symbolbild)
Sie sollen helfen und leben retten. Dazu braucht es eine gute Ausbildung. Aber was, wenn die nicht mehr gewährleistet ist? (Symbolbild)
Foto: Imago/Gottfried Czepluch

Meiningen. Die Zustände an einer Berufsfachschule in Meiningen müssen nicht mehr auszuhalten gewesenen sein – der Schulleiter und fünf weitere Mitarbeiter haben kurzum gekündigt. Seit über einer Woche schon findet kein Unterricht mehr statt. Die Zukunft für den Thüringer Rettungsdienst steht auf dem Spiel. Jetzt könnte für die angehenden Retter selbst die Rettung kommen, denn der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat sich eingeschaltet.

Unterrichtsausfall in Thüringer Schule: Retter bangen

Zunächst sei der Unterricht an der Berufsschule für Gesundheit wegen Lehrermangels ausgefallen, so berichtete der MDR. Demnach soll der Schulleiter bereits seit Monaten bei dem Träger um mehr Personal gekämpft haben. Vergebens. Jetzt hat es ihm offenbar gereicht.

91 angehende Rettungs- und Notfallsanitäter bangen nun um ihre Ausbildung. Wegen des Unterrichtsausfalls absolvieren sie derzeit ausschließlich die praktische Ausbildung in ihren Rettungswachen.

Für das Thüringer Bildungministerium ist klar: Die Hängepartie muss schnell beendet werden – und ist dabei zuversichtlich.

Schule für Notfall- und Rettungsmedizin soll von anderen Träger übernommen werden

Am Donnerstag meldete sich dann schließlich der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zu Wort. Er wolle die zum Verkauf stehende Ausbildungsstätte für Rettungssanitäter in Meiningen übernehmen. Für das Bildungszentrum, das bisher von der Deutschen Angestellten-Akademie betrieben wurde, soll es nach deren Angaben drei Interessenten geben.

Bildungsminister Helmut Holter (Linke) erwartet nun eine zügige Lösung für das Problem. «Entscheidend ist, dass die Notfallsanitäter-Ausbildung am Standort Meiningen fortgesetzt werden kann.» Die Verhandlungen sollen nun schnell abgeschlossen und die Unterlagen zur Genehmigung an das Ministerium gehen, hieß es nach dem Krisentreffen in Erfurt. Der ausgefallene Unterricht könnte nachgeholt werden.

DRK: Wenn nicht Meiningen, dann Erfurt

Der Chef des DRK-Landesverbandes, Peter Schreiber, schloss jedoch eine DRK-Beteiligung an einem «sich abzeichnenden Bieterwettbewerb» am Donnerstag in Erfurt aus. Sollte die Ausbildungsstätte an einen anderen Betreiber gehen, werde das DRK einen eigenen Schulstandort in Erfurt «schneller als geplant ausbauen».

Das DRK hat nach eigenen Angaben in Meiningen derzeit 55 Notfallsanitäter in der Ausbildung. Das seien etwa 60 Prozent der Schüler dort. (aj, dpa)