Ostdeutsche und Muslime haben etwas Trauriges gemeinsam

Eine neue Studie beschäftigte sich mit dem Verhältnis von Ostdeutschen, Westdeutschen und Migranten. (Symbolfoto)
Eine neue Studie beschäftigte sich mit dem Verhältnis von Ostdeutschen, Westdeutschen und Migranten. (Symbolfoto)
Foto: dpa

Erfahren Ostdeutsche und muslimische Migranten die gleiche Abwertung in Deutschland? Diese Frage stellt sich ein Forschergruppe aus Berlin. Die beiden Minderheiten haben offenbar mehr gemein als gedacht.

Berlin. Migranten und Ostdeutsche haben nach einer neuen Studie häufiger schlechter bezahlte Jobs als Westdeutsche. Zudem sehen Ostdeutsche sich und Migranten – darunter speziell Muslime – als "Bürger zweiter Klasse" und nicht anerkannt von der deutschen Gesellschaft.

Studie über Ostdeutsche, Westdeutsche und Migranten

Das geht aus einer Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Für die Studie wurden über 7200 Menschen in West- und Ostdeutschland in Telefoninterviews befragt. Die Zahl der befragten Muslime war nicht repräsentativ.

Was Westdeutsche den Ostdeutschen vorhalten

Westdeutsche werfen laut Untersuchung dagegen beiden Minderheiten vor, sich als Opfer zu betrachten und nicht im heutigen Deutschland angekommen zu sein. "Westdeutsche erkennen die Lage der Ostdeutschen nicht vergleichbar an, sie ignorieren damit die Wunden der Wiedervereinigung". Sowohl Muslimen als auch Ostdeutschen würde zudem vorgeworfen, sich nicht genügend von Extremismus zu distanzieren, heißt es in der Studie mit dem Titel "Konkurrenz um Anerkennung".

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Studie zeigt Bedrohungsängste

Fast jeder zweite Ostdeutsche gab an, zu glauben, dass Muslime und Ostdeutsche deutlich mehr leisten müssten als Westdeutsche, um das Gleiche zu erreichen. Zudem seien Bedrohungsängste weit verbreitet: Gut 47 Prozent der befragten Ostdeutschen gaben an, dass sie ein Problem damit hätten, wenn Muslime in Führungspositionen aufstiegen. In Westdeutschland waren es knapp 34 Prozent. Vorbehalte gegenüber dem Aufstieg von Ostdeutschen stellten die Forscher unter den befragten Westdeutschen nicht fest.

Muslime und Ostdeutsche "abgewertet"

Die Forscher des Zentrums kommen zu dem Schluss, dass sowohl Muslime als auch Ostdeutsche neben strukturellen Nachteilen wie geringerem Lohnniveau oder höherer Arbeitslosigkeit von "sozialer, kultureller und identifikativer Abwertung" betroffen seien. (dpa)