Thüringen feiert „Aufschwung Ost“ – doch diese neue Studie zeigt eine dramatische Entwicklung

Die Armutsquote in Ostdeutschland sinkt – aber eine neue Studie warnt Thüringen, Sachsen und Co..
Die Armutsquote in Ostdeutschland sinkt – aber eine neue Studie warnt Thüringen, Sachsen und Co..
Foto: dpa

Gute Nachrichten für den Osten: Die am Dienstag veröffentlichte Bertelsmann-Studie hat gezeigt, dass sich die Armut in allen ostdeutschen Großstädten verringert hat. Das schließt auch die Thüringer Städte Erfurt und Jena ein. In Erfurt ist die Armutsquote von 19 auf 14 Prozent gesunken, in Jena von 13 auf 9 Prozent.

Das neue „Krisengebiet“ Deutschlands ist demnach Nordrhein-Westfalen, und hier besonders das Ruhrgebiet. Dort hat die Armut in den letzten zehn Jahren in allen dreizehn Großstädten zugenommen. Schlusslicht ist Gelsenkirchen, dessen Armutsquote von 21 auf 26 Prozent gestiegen ist.

Doch eine weitere Studie zeigt eine neue dramatische Entwicklung, die vor allem den Osten hart treffen kann.

Studie warnt: Der Osten schrumpft – vor allem hier

Die Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung warnt vor der demographischen Entwicklung in Deutschland bis zum Jahr 2035.

Zwar bestätigen die Untersuchungen nach Angaben des Mitautors Manuel Slupina „punktuelle Erfolge des Aufbaus Ost und die Tatsache, dass die jahrzehntelange Abwanderung von Ost nach West gestoppt ist“, legen aber auch die Problemzonen des Ostens offen: Die ländlichen Regionen.

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Großes Gefälle zwischen Stadt und Land

Die Forscher prognostizieren ein starkes Wachstum für die Großstädte des Ostens. Demnach müsse Leipzig bis 2035 mit einem Bevölkerungswachstum von 16 Prozent rechnen. Auch Potsdam, Dresden, Erfurt, Jena, Rostock, Halle und Magdeburg würden zulegen.

Im Gegensatz dazu würde sich die Lage in den entlegenen, strukturschwachen Regionen Deutschlands verschärfen, so Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts.

Das betrifft vor allem Regionen im Osten, wie diese Grafik zeigt:

„Keine leichte Aufgabe für die Politik“

„Wachstum und Schrumpfung liegen somit dicht beieinander und beides muss gestaltet werden. Keine leichte Aufgabe für die Politik,“ so Manuel Slupina.

„In den Wachstumsregionen mangelt es an Wohnraum, Kitas und Schulen. Wo aber die Einwohnerzahlen massiv zurückgehen, sind neue, unkonventionelle Ideen zur Daseinsvorsorge nötig, um die stark gealterte Bevölkerung gut zu versorgen.“

Hier geht es zur Studie: „Die demografische Lage der Nation – Wie zukunftsfähig Deutschlands Regionen sind“ >>>