Dreckiger Strom über Trasse in Thüringen? Gegner kündigen massiven Widerstand an

Gegen die Suedlink genannte Stromtrasse durch Thüringen formiert sich schärferer Protest. (Symbolfoto)
Gegen die Suedlink genannte Stromtrasse durch Thüringen formiert sich schärferer Protest. (Symbolfoto)
Foto: dpa

Die Stromtrasse "Suedlink" lässt in den Gebieten, durch die sie verlaufen soll, die Gemüter hoch kochen. In Thüringen stört sich eine Gruppe von Gegnern aber nicht mehr nur an den möglichen Streckenplänen.

Bad Salzungen. Ein Bündnis aus Gegnern der auch durch Thüringen geplanten Suedlink-Stromtrasse hat angekündigt, den Bau nun insgesamt verhindern zu wollen. "Hier hat es einen Paradigmenwechsel gegeben", teilte der Initiator des Bündnisses, der Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs (CDU), am Dienstag mit.

Er erhofft sich auch wachsenden Widerstand aus der Bevölkerung: "Ich möchte die Bundesnetzagentur zuschütten mit Einwänden von Bürgern, sodass sie aus der Arbeit überhaupt nicht mehr herauskommt."

Suedlink: Fließt auch Atom- und Kohlestrom über die Trasse durch Thüringen?

Krebs und seine Mitstreiter sehen die als grünes Projekt zur Energiewende beworbene Trasse als Mogelpackung. Da die Trasse in den europäischen Strommarkt eingebunden sein werde, könnten auch Atom- und Kohlestrom darüber fließen. Zuvor hatte das Bündnis sich vor allem am geplanten Verlauf der Stromautobahn gestört.

Trassenbauer widerspricht: "Projekt ist grün"

Eine Sprecherin des Trassenbauers erklärte, dass allein durch den Beginn der Leitung in Schleswig-Holstein in erster Linie Strom aus Windparks in Deutschland und nördlichen Nachbarländern fließen werde. Daher sei es gerechtfertigt von einem "grünen" Projekt zu sprechen.

Salzunger Bündnis will Stromtrasse verhindern

Das "Salzunger Bündnis" ist ein politischer Zusammenschluss des Wartburgkreises, der Kreise Schmalkalden-Meiningen und Unstrut-Hainich sowie der Stadt Eisenach. Seine Vertreter sehen die Trasse auch deshalb kritisch, weil sie aus deren Sicht dauerhaft Landschaften, Agrarflächen sowie Ökosysteme zerstört. Außerdem gebe es keinen Nutzen für die Menschen: "Die Trasse donnert hier durch und wir warten fünf Jahre auf Strom für ein neu zu erschließendes Gewerbegebiet", übt Landrätin Peggy Greiser aus Schmalkalden-Meiningen harsche Kritik.

Protest gegen Suedlink: Sternmarsch am Ostermontag

Zudem plant das Bündnis gemeinsam mit dem Verein "Thüringen gegen SuedLink" am Ostermontag mit einem Sternmarsch am Grünen Band zu protestieren. Auch Bürgerinitiativen aus Hessen und Bayern schließen sich dem Bündnis zufolge an.

Nord-Süd-Stromtrasse durch ganz Deutschland geplant

Die Bundesnetzagentur entscheidet über den rund 700 Kilometer langen Suedlink-Verlauf voraussichtlich Ende 2019. Die Stromtrasse soll vom südlichen Schleswig-Holstein westlich an Hannover und Göttingen vorbei über Nordhessen und Südthüringen bis Grafenrheinfeld in Unterfranken und zum Umspannwerk Großgartach bei Heilbronn (Baden-Württemberg) führen. (dpa, maf)