Erschreckendes Video aus Thüringen: Mann prügelt Frau auf Straße nieder – Aufregung um AfD und den Filmer

Ein Video auf Twitter und Facebook soll eine Szene aus Großbarthloff im Eichsfeld (Thüringen) zeigen. Zu sehen ist, wie ein Mann eine Frau brutal niederschlägt.
Ein Video auf Twitter und Facebook soll eine Szene aus Großbarthloff im Eichsfeld (Thüringen) zeigen. Zu sehen ist, wie ein Mann eine Frau brutal niederschlägt.
Foto: Screenshot

Großbartloff. Es ist eine beklemmende Szene: Aus einem Fenster heraus filmt jemand, wie auf offener Straße ein Mann eine Frau brutal niederschlägt. Das Video verbreitet sich über Twitter und Facebook – daraufhin reagiert die Polizei Thüringen. Weil der Täter in dem Clip dunkle Hautfarbe hat, entbrennt eine Diskussion. Die AfD versucht, politisches Kapital daraus zu schlagen, musste aber mittlerweile schon wieder zurückrudern. Aber auch der oder die Filmende steht im Kreuzfeuer.

Großbartloff in Thüringen: Video zeigt, wie ein Mann eine Frau niederprügelt

Ob das Video echt ist und es tatsächlich aus Großbartloff im Thüringer Eichsfeld stammt, lässt sich bislang nicht sicher sagen. Laut der Thüringer Allgemeinen (TA) geht die Polizei aber davon aus, dass es authentisch ist.

Zu sehen ist, wie ein Mann auf dem Fußweg in einer Wohnsiedlung mehrfach heftig auf eine Frau einschlägt. Das Opfer geht dabei auch zu Boden, wirkt zwischenzeitlich bewusstlos oder zumindest benommen.

Polizei Thüringen wertet Video aus dem Eichsfeld aus – Mann wieder auf freiem Fuß

Nachdem das Video in den sozialen Netzwerken immer weiter verbreitet wurde, stieß auch die Polizei auf das Material und nahm Ermittlungen auf. "Wir haben das Video bereits gesichert, parallel dazu sind mehrere Anzeigen zu diesem Sachverhalt in unserer Eichsfelder Dienststelle eingegangen", schreiben die Beamten auf Facebook. Nach einem weiteren Vorfall sei der Tatverdächtige in Gewahrsam genommen worden, "aus dem er wenig später wieder entlassen werden musste", wie es hieß.

Polizei auf Facebook: Video bitte nicht weiter teilen

Weitere Angaben machte die Polizei zunächst nicht, richtete aber noch einen Appell an die User: "Wir können die Aufregung um dieses Video gut nachvollziehen, möchten euch aber bitten, es nicht weiter zu teilen."

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AfD geht mit Gewaltvideo auf Stimmenfang

Zurückhaltung in dieser Hinsicht legt zumindest die AfD nicht an den Tag. So teilte der Kreisverband Ilmkreis-Gotha das Filmmaterial auf seiner Facebook-Seite. Stefan Möller, Parlamentarischer Geschäftsführer der Thüringer AfD-Landtagsfraktion, teilte es auf Twitter – und ging direkt auf Stimmenfang für den Wahlkampf: "In jedem funktionierenden Rechtsstaat würde der Typ abgeschoben. In #Thüringen bekommt der einen Sozialarbeiter gestellt - und Taschengeld auf Steuerzahlerkosten. Wir werden das ändern. #AfD", lautet der Tweet.

Franzose oder Asylbewerber? AfD-Politiker Stefan Möller rudert zurück

Wie die TA berichtet, handelt es sich bei dem mutmaßlichen Gewalttäter aus dem Video um einen Franzosen, eine Abschiebung wäre also gar nicht möglich. Gegenüber der Thüringer Allgemeinen soll Möller eingestanden haben, dass seine Einschätzung wohl falsch war. "Ich bin davon ausgegangen, dass es sich um einen Asylbewerber handelt“, sagt er demnach.

Nur gefilmt und nicht geholfen?

Neben der Debatte um die Herkunft des Täters und einer zum Teil auch ausländerfeindlichen Diskussion in den sozialen Netzwerken sorgt auch die Person hinter der Kamera für Gesprächsstoff. Ob er oder sie zuvor oder danach eventuell die Polizei gerufen hat, ist nicht bekannt. In dem Videoausschnitt selbst greift der oder die Filmende jedenfalls nicht ein, um der Frau zu helfen, sondern hält weiter drauf. Bei zahlreichen Nutzern sorgt das für Unverständnis. Einer von vielen Kommentaren dazu: "Lieber alles Filmen statt zu Helfen das sind die richtigen...." (maf)