Der Biss ins Gehackte kann tödlich enden – deshalb sind diese Proben absolut lebenswichtig

Der Biss ins Hackepeter kann tödlich enden, wenn das tote Tier mit Trichinen belastet ist. (Symbolbild)
Der Biss ins Hackepeter kann tödlich enden, wenn das tote Tier mit Trichinen belastet ist. (Symbolbild)
Foto: dpa

Saale-Orla-Kreis. Jedes noch so kleine Stück Schweine- und Wildschweinfleisch muss genauestens im Labor in Schleiz untersucht werden, bevor es zum Verzehr verkauft werden darf. Dabei muss sichergestellt werden, dass das tote Tier nicht mit Trichinen belastet ist. Denn das könne sonst auch tödlich enden. Diese Kontrollaufgabe übernimmt das Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung des Landratamtes des Saale-Orla-Kreises.

3500 Mal findet diese Untersuchung auf Trichinen in Schleiz statt. „Kein Stück Schweinefleisch darf ohne diese Untersuchung zum Verzehr angeboten
werden“, erklärt Fachdienstleiter Lutz-Peter Klendauer.

Schleiz: Schweine- und Wildschweinfleisch wird im Veterinäramt des Kreises auf Trichinen überprüft

Trichinen sind winzige Fadenwürmer mit parasitischer Lebensweise. Wenn Schweine- oder Wildschweinfleisch damit verseucht ist, könne der Verzehr von rohem Fleisch (etwa Mett) zu schweren Erkrankungen mit etwa grippeähnliche Symptome führen oder gar tödlich enden. Das kann dann passieren, wenn es roh, geräuchert oder ungenügend gegart gegessen wird. Kochen oder große Kälte können Trichinen abtöten. Deshalb muss jedes Stück Fleisch in Deutschland gründlich untersucht werden.

Den letzten Trichinen-Fall gab es im Saale-Orla-Kreis im Jahr 1996. Drei Verdachtsfälle gab es allerdings auch in den vergangenen fünf Jahren. Die Tierkörper mussten vernichtet werden. „Diese Fälle haben sich dann zum Glück nicht bestätigt und es handelte sich um ungefährliche Fadenwürmer“, so Klendauer.

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In Sachsen gab es 2013 und in Brandenburg tatsächlich in 2018 ein positiv getestetes Wildschwein. In einem Gramm des Brandenburger Wildschweins steckten fast 1000 Trichinen-Larven. „Eine Portion von 80 Gramm - auf einem Mettbrötchen - kann dann eine tödliche Dosis enthalten“, verdeutlicht der Tierarzt aus dem Landratsamt.

Seit 1937 sind die Trichinen-Untersuchungen in Deutschland verpflichtend

Die Infektion der daraus resultierenden Krankheit „Trichinella spirales“ ist meldepflichtig. Seit 1937 sind die Untersuchungen verpflichtend. Im Zeitraum von 2007 bis 2017 gab es 188 gemeldete Trichinellosen in Deutschland.

Die Larven „wandern“ dann in besonders gut durchblutete Muskulatur wie Herz-, Rachen- und Atemmuskulatur sowie ins Auge und schädigen die Organe.Möglich ist dann aber eine medikamentöse Behandlung der Trichinellose mit einem Antiparasitikum.

Amtliche Tierärzte und amtliche Fachassistenten entnehmen die Trichinenproben und untersuchen diese. Jäger können ihr erlegtes Fleisch selbst untersuchen, wenn sie darin vom Veterinäramt geschult wurden. (red, js)