Thüringen: Waldbrand an beliebter Talsperre zwingt Politik zu drastischem Schritt

Ein Polizeihubschrauber löscht einen Brand im Wald an der Talsperre Bleiloch. Der Brand am Heinrichstein bei Saalburg-Ebersdorf im Saale-Orla-Kreis ist erneut ausgebrochen.
Ein Polizeihubschrauber löscht einen Brand im Wald an der Talsperre Bleiloch. Der Brand am Heinrichstein bei Saalburg-Ebersdorf im Saale-Orla-Kreis ist erneut ausgebrochen.
Foto: Bodo Schackow/ dpa

Saaldorf.  Der große Waldbrand an der Talsperre Bleiloch in Südostthüringen ist noch immer nicht gelöscht. „Immer wieder gibt es Glutnester, die der Wind weiter anfacht“, sagte ein Sprecher des Lagezentrums am Mittwochmorgen.

Wegen des Brandes in einem steilen Waldgelände hatte der Landrat des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann (CDU), am Dienstagnachmittag den Katastrophenfall ausgerufen. Die Feuerwehrleute hatten den Brand bis dahin nicht in den Griff bekommen, wie das Landratsamt mitgeteilt hatte.

Es würden Einsatzkräfte von außerhalb des Saale-Orla-Kreises benötigt. Die in der Region verfügbaren Feuerwehrleute waren wegen der langen Einsatzzeit erschöpft.

Waldbrand an Talsperre Bleiloch: Bisher keine Gefahr für Anwohner

Menschen waren laut Landratsamt nicht in Gefahr. Ein Katastrophenfall werde aber auch ausgerufen, wenn Sachwerte bedroht seien oder eine zentrale Koordinierung der Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und anderen Hilfsorganisationen erforderlich sei, teilte die Kreisverwaltung mit.

Anwohner wurden gebeten, Fenster und Türen der Häuser geschlossen zu halten. Über dem bei Wassersportlern und Camping-Freunden beliebten Stausee stand am Dienstag eine weithin sichtbare Rauchwolke.

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Wind erschwert die Löscharbeiten

Das Feuer an dem aufgestauten See der Saale war erstmals am Ostersonntag auf 2000 Quadratmeter Fläche ausgebrochen und am Montagnachmittag zunächst gelöscht gewesen. Wind fachte den Brand am Dienstag wieder an.

Im Einsatz waren Angehörige von Feuerwehren aus zwölf Orten des Kreises. Sie wurden von Kameraden aus Töpen, Lichtenberg und Selb im benachbarten Oberfranken unterstützt. Die Löscharbeiten bei windigem Wetter gestalteten sich laut Katastrophenstab im Landratsamt wegen der Hanglage äußerst schwierig.

War es Brandstiftung?

Auch die Kriminalpolizei beschäftigt der Brand, sie ermittelt in alle Richtungen. Brandstiftung könne nicht ausgeschlossen werden, sagte eine Sprecherin der Landespolizeidirektion Saalfeld am Dienstag. Nach Polizeiangaben hatten Zeugen kurz vor Ausbruch des Feuers ein knallartiges Geräusch gehört.

Landesweit herrschte in Thüringen am Dienstag die mittlere Waldbrandwarnstufe 3. (mit dpa)