Thüringen leuchtet Alarm-Rot: Außergewöhnliche Dürre überzieht den Freistaat

Roter Alarm: Deutschland ächtzt unter der Dürre.
Roter Alarm: Deutschland ächtzt unter der Dürre.
Foto: Helmholtz Zentrum für Umweltforschung

Thüringen. Der Anblick ist besorgniserregend: Auf dem Dürremonitor des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) leuchten weite Teile Deutschlands in Alarm-Rot. Auch in halb Thüringen sieht es brandgefährlich aus. Was die Karte zeigt: Eine außergewöhnliche Dürre überzieht den Freistaat.

Dürre in Thüringen – Brände überziehen den Freistaat

Nach dem extrem trockenen Sommer 2018 fiel auch in den vergangenen Monaten zu wenig Niederschlag, um die Wasserreserven in den Böden wieder aufzufüllen. In den vergangenen Tagen spitzte sich die Lage noch einmal dramatisch dazu, die vielen Brände in Thüringen sind ein deutliches Anzeichen dafür.

Extreme und außergewöhnliche Trockenheit in Thüringen

Die Karte des UFZ zeigt, dass vor allem die Mitte und Nordosten Thüringens derzeit knochentrocken sind. Eine "außergewöhnliche Dürre" ist die höchste von fünf Stufen. An einigen Orten kommen Pflanzen kaum noch an Wasser. Auch für viele andere Regionen im Freistaat wird eine schwere (Stufe drei) oder extreme Dürre (Stufe vier) festgestellt.

Für den Dürremonitor zieht das Helmholtz Zentrum Daten aus dem Vergleichszeitraum von 1951 bis 2015 heran. Je nachdem wie die Bodenfeuchte vom langjährigen Mittel abweicht, werden die Regionen eingestuft.

DWD: Den Osten träfe weiterer Dürresommer besonders schlimm

Bei anhaltender Trockenheit könnte ein weiterer Dürresommer die östlichen Bundesländer aus Sicht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) besonders stark treffen. Vor allem in Thüringen und Sachsen-Anhalt sei die Bodenfeuchte bereits so niedrig wie im Juli 2018. Selbst wenn es noch viel regnen sollte, bleibt sie den Schätzungen zufolge bis in den Sommer hinein unter dem vieljährigen Mittelwert.

"Sollte die trockene Witterung in den kommenden Monaten anhalten, könnte sich die Dürre des Jahres 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden", sagte der Leiter der DWD-Agrarmeteorologie, Udo Busch, in Offenbach.

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Kommt der nächste Dürresommer für Deutschland?

Nach Einschätzung des DWD könnte ganz Deutschland auf einen weiteren Dürresommer zusteuern. Zum Beginn der Vegetationsperiode seien die Böden in vielen Regionen deutlich trockener als im vieljährigen Durchschnitt – und sogar trockener als im April des vergangenen Jahres.

Startbedingungen für Pflanzen schlechter als 2018

Damals konnten Pflanzen und Bäume mit langen Wurzeln noch die Feuchtigkeit aus tiefen Bodenschichten ziehen und kamen so gut über die Trockenheit hinweg. Diese Wasserspeicher seien in diesem Jahr jedoch "weit weniger gut gefüllt". Ein Dürresommer würde daher nicht nur die Landwirtschaft erneut hart treffen, sondern dieses Mal auch die Forstwirtschaft, schätzt der DWD. "Die Startbedingungen für die Vegetation sind 2019 in vielen Gebieten Deutschlands deutlich schlechter als im Vorjahr", sagte Busch.