Babyleiche im Thüringer Wald: Ermittler bitten um Hilfe – und verweisen auf ein auffälliges von drei Kleidungsstücken

Nach dem Fund der Babyleiche bei Geschwenda im Ilm-Kreis bitten die Ermittler die Bevölkerung um Mithilfe.
Nach dem Fund der Babyleiche bei Geschwenda im Ilm-Kreis bitten die Ermittler die Bevölkerung um Mithilfe.
Foto: dpa & Polizei Gotha

Gschwenda. Nach dem Fund einer Babyleiche am Osterwochenende im Thüringer Wald fehlt weiter eine heiße Spur zur Aufklärung des Falls. Jetzt wenden sich die Ermittler an die Öffentlichkeit mit der Bitte, sich die Bekleidung des tot aufgefundenen Mädchens genau anzuschauen.

Besondere Hoffnung setzen Polizei und Staatsanwaltschaft dabei auf eine blaue Babymütze.

Babyleiche im Thüringer Wald: Mütze mit Seltenheitswert

Oberstaatsanwalt Hannes Grünseisen verwies darauf, dass die Babymütze „Matcholino“ der Firma Sanetta seit 25 Jahren nicht mehr verkauft werde. In der Kombination mit dem rosa Body und weißem Shirt könne die Mütze möglicherweise der entscheidende Hinweis sein.

Zum Todeszeitpunkt und der Todesursache konnte der Oberstaatsanwalt aufgrund des Verwesungszustands der Babyleiche keine Angaben machen. Fest stehe nur, dass das Kind zum Todeszeitpunkt höchstens drei Monate alt war.

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Ermittler gehen von Verbrechen der Mutter aus

Man gehe derzeit von einem Verbrechen aus und ermittle derzeit wegen des Verdachts auf Totschlag vor allem gegen die noch unbekannte Mutter des Babys.

+++ Nach Fund von Babyleiche in Thüringen: So gehen die Ermittler jetzt vor +++

Ein anderes Szenario, wie etwa einen Unfall oder eine tödlich verlaufende Krankheit des Kindes, schließen die Ermittler aus „Sonst wäre das Kind nicht auf diese Weise entsorgt worden.“

Polizei vermutet: Mutter des Kindes stammt aus der Nähe

Kriminalhauptkommissar Jens Büchner ergänzte, dass die Vermutung nahe liegt, dass die Mutter des Babys aus dem Umfeld von Gschwenda kommt. Als Indiz dafür nennt er den „äußerst abgelegene Fundort“ der Babyleiche.

Das Mädchen wurde am Osterwochenende an einem Steilhang in einem Waldstück bei Gschwenda im Ilm-Kreis gefunden. Es war nicht der erste Fund dieser Art, der im Ilm-Kreis für Aufsehen gesorgt hatte. Hier mehr Infos >>>

Neben der Auswertung von DNA-Spuren an den gefundenen Kleidungsstücken erwägen die Ermittler auch einen Massen-Gentest in Geschwenda und Umgebung durchzuführen, um die Identität des Kindes herauszufinden. (ak mit dpa)