Dürre und Waldbrandgefahr in Thüringen – deswegen ist die Lage so ernst

Die Waldbrandgefahr sei laut der Landesforstanstalt in Thüringen derzeit ein Dauerrisiko. (Symbolbild)
Die Waldbrandgefahr sei laut der Landesforstanstalt in Thüringen derzeit ein Dauerrisiko. (Symbolbild)
Foto: Imago/Chromorange

Thüringen. Trotz der Niederschläge in den vergangenen Tagen in Thüringen leiden nach Einschätzung von Thüringenforst die Bäume im Freistaat unter zu trockenem Boden. Die Waldbrandgefahr sei demnach in Thüringen derzeit ein Dauerrisiko. Und das soll längst nicht alles sein, womit der Thüringenforst derzeit zu kämpfen habe.

Regen reicht nicht für Wälder in Thüringen

An den 14 Wald- und Hauptmessstationen der Landesforstanstalt sei seit Jahresbeginn nahezu keine nachhaltige Durchfeuchtung des Bodens nachweisbar, teilte Thüringenforst am Montag mit. Selbst sehr große Regenmengen würden nur für eine kurze Entspannung der Situation sorgen.

Das wenige im Boden vorhandene Wasser könne von den Bäumen nur bedingt genutzt werden, weil es sehr fest an die Bodenpartikel gebunden sei. «Besonders dramatisch ist die Lage für Waldbesitzer im Thüringer Becken und im thüringer Holzland», stellte der Landesbetrieb fest. «Dort lagen die Bodenwassergehalte schon Ende März auf einem Niveau wie ansonsten erst Anfang Juni.»

Damit nicht genug: Der Gestreifte Nadelnutzholzborkenkäfer, ein Schädling, der bereits eingeschlagenes Holz befällt, begann seinen Schwarmflug in diesem Jahr so früh wie noch nie – bereits Mitte Februar. Der Schädling verursacht eine technische Entwertung des geernteten Nadelholzes – mit besonders hohen wirtschaftlichen Verlusten für die betroffenen Waldbesitzer.

Waldbrände im Freistaat in nie gekanntem Ausmaß

Fast zeitgleich wüteten in Thüringen wegen der milden Temperaturen und der ausgeprägten Bodentrockenheit zwei sehr große Waldbrände. Rund 13 Hektar Wald wurden in Ostthüringen Opfer der Flammen, weitere 10 Hektar im südlichen Ilm-Kreis. Dies sind mit Abstand die flächengrößten Einzelbrände im Freistaat seit der deutschen Wiedervereinigung.

Erster Waldbrand in Thüringen bereits im Februar

Noch ein weiterer trauriger Rekord: Erstmals registrierte ThüringenForst am 26. Februar den ersten Waldbrand diesen Jahres – noch bevor die offizielle Waldbrandüberwachung zum 1. März überhaupt gestartet war.

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„Die Forstwirtschaft in Thüringen ist durch den Klimawandel einem erhöhten Risiko von Wetterextremen ausgesetzt. Sollte das Jahr 2019 einen ähnlichen Witterungsverlauf wie 2018 zeigen, werden die rund 180.000 Waldbesitzer im Freistaat weitere große Probleme bekommen“, so Gebhardt abschließend. (aj, dpa)