Ehebrecher tötet Geliebte und beseitigt Leiche in Thüringen – jetzt wurde ihm der Prozess gemacht

Düstere Abgründe einer gescheiterten Liebschaft: Ein Mann hat seine Affäre getötet und sich ihrer Leiche in Thüringen entledigt. Jetzt muss er für lange Zeit hinter Gitter. (Symbolbild)
Düstere Abgründe einer gescheiterten Liebschaft: Ein Mann hat seine Affäre getötet und sich ihrer Leiche in Thüringen entledigt. Jetzt muss er für lange Zeit hinter Gitter. (Symbolbild)
Foto: dpa

Thüringen/Berlin. An einem Feldweg in Thüringen nahe der A9 findet ein Spaziergänger die stark verweste Leiche einer Frau. Die Spuren führen zu einem Nachbarn der Getöteten in Berlin. Jetzt wurde dem Mann der Prozess gemacht.

Leiche bei A9 in Thüringen gefunden: Jetzt ist das Urteil in Berlin gefallen

Düstere Abgründe einer gescheiterten Liebschaft taten sich auf. Die Richter schickten den Mann nun für lange Jahre ins Gefängnis.

In einem Rollkoffer wurde die Leiche von Berlin nach Thüringen gebracht: Zehn Monate nach dem Fund einer toten Frau ist ein Nachbar der 49-Jährigen zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht der Hauptstadt sprach den 42-Jährigen des Totschlags sowie des Betrugs schuldig.

Tödliches Ende einer Affäre in Thüringen

In einem Streit habe er seine Nachbarin und Geliebte spontan angegriffen und getötet, begründeten die Richter am Montag den Schuldspruch. Über Wochen habe er danach das Konto der Getöteten geplündert und mit ihrer Geldkarte insgesamt rund 16.000 Euro abgehoben.

Leiche im Koffer nach Thüringen gebracht

Der zuletzt arbeitslose Deutsche habe seine Nachbarin im Juni 2018 in ihrer Wohnung in Berlin-Reinickendorf erwürgt, hieß es im Urteil. Die Leiche habe er in einem Rollkoffer mit einem Auto nach Thüringen transportiert. Dort habe er das Opfer an einem Feldweg in einer Senke im Saale-Holzland-Kreis nahe der Autobahn 9 versteckt. Anfang Juli entdeckte ein Spaziergänger die stark verweste und zum Teil vergrabene Tote.

Geliebte wollte Ehefrau aufsuchen

Der Angeklagte habe verhindern wollen, dass seine Ehefrau von der heimlichen Affäre mit der Geschädigten erfährt, sagte die Vorsitzende Richterin. Die 49-Jährige, eine frühpensionierte Postbeamtin, habe «klare Verhältnisse» schaffen wollen. «Diesmal gelang es ihm nicht, die Geschädigte hinzuhalten.» Spontan habe er sie angegriffen, um die Aufdeckung der Affäre zu verhindern.

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Die Richter folgten damit im Wesentlichen der Verteidigung. Der Staatsanwalt hatte nach fünfwöchiger Verhandlung auf lebenslange Haft wegen Mordes plädiert. Die Anklage geht von einem Verbrechen aus Habgier und zur Ermöglichung einer anderen Straftat aus.

Ehebrecher gesteht Tötung seiner Geliebten

Der zuletzt arbeitslose Autolackierer, der sich seit August in Haft befindet, hatte die Tötung gestanden. Weil seine Geliebte am Tattag zu seiner Ehefrau gehen und ihr von der Affäre berichten wollte, sei es zu dem heftigen Streit gekommen. Er habe nicht zulassen wollen, «dass sie mir mein Leben zerstört». Die Geldkarte der allein lebenden Frau habe er dann eingesteckt. Erben habe es nicht gegeben.

Zehn Monate nach dem Fund der toten Frau ist der 49-Jährigen zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil von Montag ist noch nicht rechtskräftig. (dpa, aj)